Vom Sinn unangenehmer Gefühle und dienlichen Umgang mit ihnen

Was sind Emotionen, Gefühle, Empfindungen und wofür sind sie gut? Die Annahme und Verwandlung unangenehmer Emotionen ist oft nicht leicht. Denn es geht um Existenzielles.

 

Emotionale Vorgänge

Was sind eigentlich Emotionen, Gefühle, Empfindungen? [1] Was unterscheidet sie voneinander, wie wirken sie aufeinander? Eine intellektuelle Beschäftigung mit den emotionalen Vorgängen soll der Reflexion Struktur geben. Auf Basis der Erkenntnis, dass unangenehme Gefühle in unserem Kopf passieren, kommen wir anschließend zur Frage: Wenn auch sie ihren berechtigten Sinn haben - wofür sind die unangenehmen Gefühle gut?

Emotionen

Emotionen spielen sich im Körper ab. Immer präsent und Motoren des menschlichen Tuns. Zur Aktivierung des Organismus schicken sie chemische Moleküle in die Blutbahn und neuronale bzw. elektrochemische Impulse über die Nervenbahnen in die Muskeln und Organe. Tief im Hirnstamm (z.B. Hypothalamus oder Amygdala) aktivieren sie so automatisiert neuronale Programme von Reiz und Reaktion und regulieren den Organismus, um ihn blitzschnell auf eine Aktion vorzubereiten (z.B. Erhöhung der Blutzufuhr der Beinarterien für die Fluchtreaktion). So sind Emotionen zeitlich relativ kurze und intensive energetische Erregungen bzw. Muster des Energieverbrauchs. Sie sind meist stimulierend und mobilisierend, manchmal aber hemmend für das Denken, Fühlen und Verhalten (wie z.B. bei Schreck, in der Trauer oder in der Depression).

Emotionen selbst werden durch äußere Reize ausgelöst und streben sodann nach Ausdruck, ohne dass uns dies bewusst sein muss. So sind sie für uns kaum zu kontrollieren und auch nicht willkürlich nachzuahmen. Einige emotionale Reaktionen sind gut zu bemerken. Wie z.B. Gesichtsausdruck und -farbe, feuchte oder kalte Hände. Eine Emotion wie Freude, Trauer, Furcht, Ärger, Scham, Überraschung, Stolz steht einem buchstäblich ins Gesicht geschrieben.[2] Andere Reaktionen bleiben dem Betrachter verborgen wie z.B. die Ausschüttung von Cortisol oder von Neurotransmittern (wie Noradrenalin, Serotonin und Dopamin). 

Jede emotionale Energie braucht nur einen kurzen Augenblick, maximal 90 Sekunden, um in den Körper zu gelangen, über den Blutkreislauf durch ihn hindurch zu strömen und aus ihm heraus zu fließen. Diese 90 Sekunden Regel ist erstaunlich. Wer länger als 90 Sekunden wütend bleibt, hängt Gedanken weiter an, die ihn in der Wut halten. Der Mensch ist biologisch so angelegt, präsent im Augenblick zu sein und eine Emotion zu erleben. Wir kriegen Gänsehaut, finden es zum Kotzen, etwas liegt uns im Magen. Die Sprache des Körpers ist eine Ressource im Zugang zur Wirklichkeit – der Körper weiß alles und behält sich vieles unbewusst. Sich dagegen zu wehren, kostet Kraft und schafft Verstrickung. Joan Rosenberg empfiehlt in ihrem TED Talk über die Kraft und Weisheit unangenehmer Gefühle  die "biochemische Welle" 90 Sekunden bewusst auszuhalten. Das führt nicht dazu, sich in Emotionen zu verlieren. Im Gegenteil: Werden sie angenommen, flauen sie schnell wieder ab. Ob angenehm oder unangenehm – sie bewusst zu durchleben, heißt lebendig und präsent zu sein. Sich dem gegenwärtigen Augenblick voll und ganz wesensgerecht zuzuwenden und sich dann mit etwas anderem zu beschäftigen, löst die Emotionen auf: Wenn ein Kleinkind weinen muss, weint es. Es ist ihm nicht peinlich. Es schreit, schluchzt, ist laut, wenn ihm danach ist – und es beruhigt sich dadurch schnell. Kinder hören genau sofort auf zu weinen, wenn etwas ihre Aufmerksamkeit auf neue Abenteuer lenkt.

Gefühle

Gefühle sind mentale Erfahrungen nicht zu unterdrückender Emotionen, also auf einer Metaebene. Sie folgen der Emotion und etikettiere sie über den Verstand im Bewusstsein. Wir erkennen erst, dass wir ein Gefühl haben, wenn wir ein Bewusstsein haben, die Emotion in unserem Körper zu spüren, also Veränderungen in Körper und Gehirn bewusst zu fühlen - wie Herz (Blutdruck, Puls), Kreislauf, Atmung, Weite der Pupillen, Schweiß.[3] Gefühle machen Lebensenergien also erst bewusst. Damasio beschreibt Gefühle als ein mentales Abbild unserer Wahrnehmung der Realität. Wie alle Kognitionen beruhen Gefühle auf Unterscheidungen. Sie helfen uns so, Entscheidungen (mit Hilfe des Körpergefühls) zu treffen. 

Es kann schmerzhaft sein, sich den Gefühlen zu stellen und die Verantwortung für sie an sich zu nehmen. Sobald wir Gefühle in uns hochkommen lassen, sie beschauen, durchleben, ohne ihnen anzuhaften, haben wir Zugang zu einer enormen Kraft: Ein anderer kann schmerzliche oder angenehme Gefühle in uns auslösen, aber er kann sie nie verursachen. Es ist unser Denken darüber, das Wut, Schmerz oder Ärger etc. verursacht. Und so gilt es, Gefühle aushalten zu lernen, nach innen zu gehen und wieder nach außen zu kommen. Emotionen sind dem Organismus nützlich, aber erst der Prozess des Fühlens macht bewusst auf das Problem aufmerksam, mit dessen Lösung die Emotionen bereits begonnen haben. Das Wahrnehmen der Gefühle schafft einen Raum der Leere zwischen Reiz und Reaktion für die Vernunft. Wir können situationsgerecht reagieren - ohne ins Grübeln über die Gefühle zu verfallen und ihnen anzuhaften.


"Ah interessant" Übung (nach Gunther Schmidt)

1. Höre auf, deine Gefühle zu rationalisieren und über sie zu grübeln. 
2. Leiste ihnen keinen Widerstand. Erlaube ihnen zu wachsen und sich in deiner Aura zu verbreiten.
3. Übe dich in der Haltung "Mögen noch mehr Gefühle auftauchen." 
4. Nimm sie ganz an und erlaube ihnen so, sich dabei vollständig aufzulösen.

Stimmungen/ Empfindungen

Damasio unterscheidet neben Emotionen und Gefühlen zudem die hintergründige Stimmungen des Geistes wie Ruhe, Aufregung, Lethargie, Harmonie, Dissonanz, Unbehagen u.a. Kleinste Details der Körperhaltung, Geschwindigkeit oder Muster der Bewegung, minimale Variation in der Häufigkeit und dem Tempo von Augenbewegungen, Kontraktionen der Muskeln im Gesicht, Tonfall, Sprachrhythmus und Modulation zeigen den energetischen Zustand des Organismus.[4]

Emotionen setzen - stark abhängig von Situation und Grundstimmung -  Schalter und Filter im Denken, Fühlen und Verhalten. Sie lassen uns die Welt z.B. in einer Haltung oder Logik von Angst, Wut, Hass, Freude, Liebe, Trauer etc. sehen. Sowohl die eigene Grundstimmung (unabhängig von Zeit und Raum) als auch die gegenwärtige sinnliche intuitive Empfindungen des Körpers, sowohl Verstimmungen als auch verschleppte Emotionen wirken hier zurück. Denn Erfahrungen werden stets geistig durch Gedanken (psychisch/ mental) und körperlich durch Emotionen (physisch/ somatisch) verknüpft. Doch während kognitive Erinnerungen im Laufe der Zeit verblassen und sich wandeln, transportieren sich Körpererinnerungen unbewusst durch eine Emotion. Ein aktueller Reiz löst eine Emotion aus, die sich eigentlich auf die Vergangenheit bezieht, diese auf das Jetzt überträgt und unbewusste Muster aktiviert. Damit interagieren Gegenwart und Vergangenheit fortlaufend, auch transgenerativ. Wer sich nicht bewusst der Vergangenheit erinnert, reproduziert sie auf diese Weise weiter.

In der Gegenüberstellung von Emotion, Gefühl, Empfindung zeigen sich einige Unterscheidungen:

Emotion

Gefühl

Empfindung

Auslöser
  • Äußeren Reiz
  • Subjektiver Gedanken
  • Wahrnehmungen mit unseren 6 bzw. 7 Sinnen
Intensität & Dauer
  • blitzschnelle kraftvolle Reaktion (An-/ Entspannung)
  • (Ur-) Instinkt: drängt oft im Affekt nach körperlichem Ausdruck (bis zum Verlust der Selbstkontrolle)
  • blitzschneller, intensiver Impuls (90 Sekunden Welle)
  • spontane körperliche Regungen mittlerer Intensität und Dauer, die bewusst kognitiv erfahren und verknüpft werden
  • Reflexion: ohne etwas gedacht bzw. bewusst reflektiert zu haben, ist kein Fühlen möglich
  • feinfühlig, in Intensität flüchtig bis zu lang andauernder Stimmung 
  • Intuition: bewusst als sinnliche ahnende Wahrnehmung registriert,  tieferes Bewusstsein
  • paradox: Man kann nur wahrnehmen, was man für möglich hält
Bewusstseinsnähe
  • unwillkürlich, unbewusst
  • bringt über Reiz-Reaktions-Schema direkt unterbewusst ins Handeln
  • meist unwillkürlich, durch Gebrauch des Verstandes beeinflussbar
  • in Achtsamkeit werden Gedanke und seine gefühlte Wirkung bewusst 
  • Tief- und Feinfühligkeit (Herzensqualität): den Emotionen auf den Grund gehen, und sie so mit der Vernunft aktiv in hohe Energie verwandeln

Körper- Wahrnehmung

  • vitale Kraft, die tief vom Steiß- bis Kreuzbein im Becken aufsteigt und über das Nervensystem die Muskulatur anspannt
  • im Magen angekommen richtet sie sich in eine Emotion aus (Bauchgefühl)
  • im entspannten Kontakt mit sich im Hier und Jetzt als Resonanz wahrnehmbar (ohne anzuhaften)
  • Gefühle schaffen Erfahrungen, die im Gehirn bewertet und gespeichert werden
  • mit den 7 Sinnen, v.a. der Haut (z.B. Trost durch körperl. Nähe/ Berührung)
  • Energetischer Ursprung ist im weiten Brustraum als Schwingung des offenen Herzens.

Körperlicher Ausdruck 
(Sinn: sozialer Austausch)

  • Emotionen (v.a. universelle wie Wut, Angst, Freude, Trauer, Ekel, Überraschung) sind unverfügbar & zeigen sich insb. in der Mimik 
  • Gefühle verfeinern Mimik, verändern Leuchten der Augen und Weite des Blicks
  • Weinen, Erröten, Herzrasen stammen von Signal aus dem Hirn
  • Herzenswärme strahlt im ganzen Körper & über ihn hinaus aus
  • ohne Kontakt zu Körper & Empfindungen keine internale Entscheidung (somatische Marker)

 

Vom Sinn unangenehmer Gefühle

Die Bedeutung der Reflexion für die eigene Entwicklung zeigt sich an keiner Stelle so deutlich, wie in der Konfrontation mit unangenehmen Gefühlen: Nicht davonlaufen, nicht verdrängen, nicht gegen sie ankämpfen und uns auch nicht mit ihnen identifizieren. All das bindet und verstrickt uns nur mit dem Gefühl. Sondern mit ihm und dem Schmerz gehen und es als das betrachten, was es ist. Dann kann das unangenehme Gefühl zu einem weisen Hinweiser und Rauchmelder in unserem Leben werden, mit denen sich unsere Bedürfnisse melden. Wenn das Gefühl gesehen und anerkannt wird, also seinen Zweck erfüllt, dann kann es sich auch - wie bei einem getrösteten Kind - gleich wieder auflösen. Mit zunehmendem Bewusstsein im Reflexionsprozess wird sich enthüllen, wie stark die unangenehmen Gefühle mit dem eigenen urteilenden Denken verknüpft sind. Krafträuber sind weniger die unangenehmen Gefühle als unser Denken dazu, das dazu führt, dass wir den Gefühlen anhaften. Nicht jeder hat das Glück, auf ein Gegenüber zu stoßen, das in die Empathie geht, wenn bei mir unangenehme Gefühle hochkommen. Aber jeder kann sich darin üben, sein Herz für sich und den anderen offen zu halten und sich dann selbst in Selbstempathie zu begegnen. Nur solange wir in der Haltung der Liebe und Verbindung bleiben, sind wir in unserer ganzen Kraft. Dann erfüllen Gefühle den Zweck, Veränderung von innen anzustoßen und Dinge auf einer anderen Distanz wahrzunehmen. Wenn wir aber in die mentale Kraft des Egos gehen, dessen Anliegen ist, ohne Wenn und Aber den eigenen Selbstwert zu schützen, dann sind wir in einer niedrigen Energie des Kampfs und der Verteidigung. Obwohl die emotionale Welle in 90 Sekunden vorbei ist, bleiben wir im Gefühl der narzistischen Verletzung feststecken.

Schauen wir uns einige markante Vertreter genauer an.

1. Furcht und Angst (bis hin zu Panik)

Furcht richtet sich direkt auf eine aktuelle reale situative Bedrohung und die Frage nach der geeigneten Reaktion. Furchtauslösende Reize führen sofort zum Schreck und antizipieren, was uns bevorsteht.

Angst bezieht sich dagegen auf die Unverfügbarkeit der Zukunft an sich und ist damit ein Gedankenkonstrukt. Es macht Angst, dass uns Situationen oder Entwicklungen nicht vertraut und angenehm sind und wir uns ihnen nicht gewachsen fühlen. So ist jede Entwicklung mit Angst verbunden bis hin zum Urbild der Angst: die Angst vor dem Tod.[5] Das Leben ist unverfügbar. Angst begleitet jeden Weg der Veränderung. Es geht nicht ohne die Angst, nur mit ihr. Alle unangenehmen Gefühle gründen so letztlich in einer diffusen Angst. Angst verdeutlicht mir, "das ist nicht sicher und kalkulierbar" oder "hier ist Gefahr" und mahnt zur Vorsicht und dem Heraustreten aus der Situation. Gefahr will sie vermeiden. So ist sie ein wichtiger Ratgeber ("von weg") - aber kein weiser Anführer wie Gefühle in der stärkenden Energie der Liebe - wie etwa der Mut zur begründeten Hoffnung ("hin zu"). Er relativiert die Angst. Furcht und Angst (bis hin zu Panik) setzen uns unter Spannung. In der Furcht und Angst zeigt sich etwa ein Mangel an Gelassenheit, Sicherheit, Vertrauen, Selbstvertrauen. Da braucht es dann Mut und die Kraft des Willens, trotzdem zu handeln. Soeren Kierkegaard hat die Metapher des "Sprungs in den Glauben" verwendet, die zeigt, dass das Neue durch einen Sprung ins Unbekannte eintritt - ohne festen Boden unter den Füßen zu haben und ohne zu wissen, was uns nach der Landung erwartet.[6] Entwicklung geschieht bewusst oder unbewusst nur durch Entwicklungssprünge. Der freie Mensch hat die Wahl, statt der Angst zu folgen und z.B. die Flucht zu ergreifen oder in Schockstarre zu verfallen, sich in seiner Angst zu begegnen, sich ihr zu stellen und durch sie hindurchzugehen, um neue Erfahrungen zu machen.

Nehmen wir z.B. den Besuch beim Zahnarzt. Wer zum Zahnarzt geht und befürchtet auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle zu verlieren - den schmerzt es schon in der Antizipation des Schmerzes, bevor es überhaupt wehtut. Die Angst vor dem Schmerz ist ein großer Anteil vom Schmerz - weshalb das Annehmen von Schmerz ihn zugleich erleichtert. Auch medizinische Fakten helfen da wenig. Es heißt, dass Zahnärzte auf dem Behandlungsstuhl die schwierigsten aller Patienten sind. Mit dem Gang zum Zahnarzt muss die Schwellenangst überwunden werden. Dazu braucht es Mut. Ist die Prozedur auf dem Zahnarztstuhl dann aber überstanden, bleibt ein gutes (Coping-) Gefühl: Aus dem befürchteten Kontrollverlust außerhalb der Komfortzone wird ein Gefühl von Stolz und Glück. Neurobiologisch wird dabei das Adrenalin, das uns in den Stressmodus versetzt, durch die körpereigene Glückdroge Dopamin ersetzt und die Synapsen öffnen sich wieder. 


Von Angst und Mut (nach Michael Depner)

Das sicherste Mittel, den Mut zu verlieren ist es, Angst zu vermeiden. 
Das beste Mittel, die Angst zu verlieren ist es, Mut zu haben.

 

Angst ist also ein normales Alltagsphänomen und ein wichtiger Protagonist des "Inneren Teams". Doch kann sie auch krankhafte Züge entwickelt haben. In der Psychotherapie machen Angst- und Panikstörungen in der Tat einen großen Teil der Patienten aus. Gerade traumatisierte Menschen leiden unter immensen Ängsten. Sie flüchten geradezu aus ihrem Körper: versteifen in ihren Bewegungen und in ihrer Körperhaltung, sind präsent, können Gefühle kaum ausdrücken, können Emotionen schlecht regulieren und erinnern sich schlecht. Neben der klassischen analytischen Psychotherapie zeigen hier auch kognitiver Verhaltens- und die hypnosystemische Arbeit gute Wirkung, die direkt an der emotionalen Ebene ansetzt, um an all das Unbewältigte im Unbewussten zu kommen. Die Angsttherapie setzt dann meist an der verletzten Selbstbeziehung an. Bei auch bei traumatologischen Verletzungen und Erkrankungen in der Somatik spielt die Angst eine zentrale Rolle. Mediziner, die dem Patienten über die Fakten Kompetenz und Sicherheit und einen Vertrauensanker vermitteln wollen, um ihm die Angst zu nehmen, erreichen oft ihr Ziel nicht. Indem sie sich auf eine funktionale Ebene zurückziehen und sich nicht erst die Zeit und den Raum nehmen, eine menschliche Verbindung herstellen und sich empathisch mit den Ängsten des Patienten auseinander zu setzen, kann der keinen Mut zum Vertrauenssprung schaffen. Wie wir uns gesehen gefühlt haben, vergessen wir nicht, - gerade in einer existenziellen Grenzsituation nicht.

Sehr kleine Kinder drücken Ihre Emotion unbewusst und ganz natürlich aus. Wer sein Mitgefühl übergeht und sein Baby - wie in früheren Erziehungsratgebern - nachts durchschreien lässt, wird nach ein paar Nächten erreicht haben, dass es nicht mehr schreit. Das Kleine hat seine Überlebensangst, seine Schmerzen, seinen Hunger abgespalten und gelernt, sich von seinen Gefühlen und Bedürfnissen zu trennen. Wenn wir aber eine Gesellschaft von bindungs-, liebes und friedensfähigen Menschen wollen, dann nehmen wir unser Baby, tröstend in den Arm, bis es still und friedlich ist wie wir selbst. So lernen wir die Kunst der Beziehung in der Regulation von Nähe und Distanz.


Rollenbeschreibung - Die Angst [7]

Schauen Sie sich die jäh aufsteigende Unruhe genau an. Welches Bedürfnis bei Ihnen will sie schützen? Welche Fragen stellen? Sie verabschiedet sich nur ungern und kommt immer wieder hoch.

 

2. Hass, Ärger, Zorn und Wut

Hass, Ärger, Zorn und Wut sind je eine Kraft wie Feuer. Ob diese gut ist oder schlecht, liegt nicht in ihrem Wesen, sondern wie sie gelenkt wird. Sie überkommt uns als Abwehrreaktion, wenn die eigenen Grenzen deutlich überschritten wurden und sorgt aggressiv für Distanzierung und klar für Grenzziehung. Die Kraft zeigt, dass da etwas verteidigt werden will, man sich etwa vernachlässigt oder schlecht behandelt fühlt. Sie treibt dazu an, für sich oder die Sache einzustehen und bringt unmittelbar ins Handeln. Hier geht es schließlich um nicht weniger als um den Schutz des Selbstwertes und der Werte.

Nicht die Wut an sich ist also problematisch. Wird sie aber nicht liebevoll angenommen und entschlüsselt, sondern unterdrückt und in Unbewusste abgespalten, dann wirkt sie dort weiter. Es wird nun Energie darauf verwendet, sie dauernd aus dem Bewusstsein auszublenden. Das kostet Kraft, blockiert Energie und es richtet sich nach innen, so dass Symptome auf körperlicher Ebene entstehen können. Auch kann sich die Grundstimmung ändern und sekundär öfters Gefühle von Überforderung, Unruhe und Unzufriedenheit etc. auftauchen, bzw. auf kognitiver Ebene Konzentrationsstörungen, Erinnerungslücken, Selbstzweifel und Selbstkritik. Dann sind irgendwann die Schritte zurückzugehen, um auf dem Boden der Gegenwart die alten Themen aufzulösen. Problematisch ist, dass sie sonst weiterwirkt bis es zur Explosion kommt, dem katharsischen Ausdruck unbewusst angestauter, unterdrückter Emotionen. Der Wutausbruch richtet sich dann gegen das gerade zur Verfügung stehende Gegenüber, das gerade unsere empfindlichen Knöpfe gedrückt hat und nun alles an angestauten Energien abbekommt. Die Attacke wirkt sich schnell destruktiv und verletzend aus. Der Spannungsabbau entlastet dann zwar temporär. Problem ist: Wird nur der Auslöser und nicht die primären Ursachen gesehen, entsteht keine Lösungsenergie und der konstruktive Impuls der Veränderung bleibt aus. Wird Ärger jedoch geheilt, kann daraus etwas Gutes erwachsen. Facht man Ärger aber weiter durch zornige Gedanken und Taten an, so nistet er sich im Hirn ein („Wut frisst Hirn") und vergiftet uns selbst. Wer vom Zorn befallen wird, soll ihn nicht umsonst nach einer indianischen Weisheit so rasch wie möglich wieder abzuschütteln - spätestens aber vor dem Einbruch der Nacht.

Gerade Hass zeigt an, dass noch alte Verletzungen präsent sind.Das Ausblenden aus dem Bewusstsein - als wären die Verletzungen nie geschehen, hilft nicht. Die primären Ursachen von Hass, Wut und Co. müssen anerkannt werden.Kann man es aber wenigstens schaffen, akuten Ärger, Zorn und Wut konstruktiv einzusetzen? Die starken Reiz-Reaktions-Muster zu unterbrechen und vor der Reaktion einen Moment der Reflexion zu schaffen? Da viele Menschen gelernt haben, dass es ungehörig ist, Aggressionen zu zeigen, haben sie verlernt, Ärger und die Enttäuschung der eigenen Erwartung angemessen auszudrücken. Herunter geschluckter Ärger richtet sich auf Dauer jedoch gegen sich selbst und den eigenen Selbstwert, für den man nicht eintritt.[8] Um Ärger loszulassen hilft nur eins: die körperliche Anspannung (wie zusammengekniffene Lippen, erhöhten Blutdruck, Entzündungen, Haut- oder Verdauungsprobleme etc.) wahrzunehmen und bewusst zu entspannen. Sich der eigenen Bedürfnisse klar zu werden und sie auszudrücken. Schleichend spannen sich sonst im Konflikt auch Stimmung und Tonfall an. Ärger wird geschluckt und man macht sich so lange unsichtbar, bis man sich nicht mehr beherrschen kann. Dann kommt nur noch eine Kleinigkeit dazu und man bricht wie ein Vulkan aus. Das mag uns kurzfristig entlasten, hinterlässt aber Spuren und wir bereuen, was wir gesagt oder getan haben. Machen wir uns also besser zur Gewohnheit, bis 10 (besser bis 90!) zu zählen – dann schaffen wir erst einmal Abstand, sind dem Ärger weniger ausgeliefert und haben die Explosionsgefahr stark reduziert. Mit dem Abstand kommen wir an den Punkt, wieder Macht über unsere Reaktion zu bekommen und können uns dem Thema dann besser widmen.

 


Rollenbeschreibung - Der Zorn

Er packt Sie mit voller Wucht rücklings. Und hat Sie bereits im Griff? Welche Beleidigungen brummle ich ihm zu, bevor sich das Unglück anbahnt?

 

3. Traurigkeit, Trauer und Schmerz

Auch Traurigkeit will gewürdigt - und getröstet werden. Trauer ist ein Begleitgefühl von Entscheidungen und Wendepunkten. Trauer als Phänomen im Übergang - wie beim Verlust eines geliebten Menschen oder beim Verlust von Illusionen (Ent-Täuschungen) - ist ein normaler und gesunder Vorgang der Lösung. Problematisch wird es nur, wenn Trauer zum dauerhaften Lebensgefühl wird. Es kann keine Freude und Fröhlichkeit mehr empfunden werden.

Wer blockiert in der Trauer festhängt, hat den Fokus seiner Wahrnehmung in der Vergangenheit, beweint und bedauert statisch den vergangenen Schmerz und Verlust. Das verstärkt die Trauer und führt zu einer deprimierten Stimmung. Depression ist das Resultat gedanklich unterdrückter Alternativen, so dass wir uns unserer Bedürfnisse nicht bewusst werden und Schritte dahin ergreifen können. Wir hängen in den Gedanken fest. Gegenüber einer Apathie ist die Trauer energetisch höher, da dem Trauernden Gefühle noch zugänglich sind. Wenn ein Verstockter zu weinen beginnt, wurde ein Fortschritt aus Trostlosigkeit und Starre erzielt, ein erster Schritt, den Schmerz anzunehmen und zu integrieren. Wer traurig ist und weinen muss, soll das wie ein kleines Kind tun. Es ist diesem nicht peinlich seine Gefühle zu zeigen und dabei zu schreien, schluchzen, laut zu sein, wenn ihm danach ist. So beruhigt es sich schnell wieder. Wie Kinder aufhören zu weinen? Irgend etwas lenkt ihre Gedanken, ihre Aufmerksamkeit auf neue Abenteuer. So ist es der natürliche Prozess, wenn wir wie ein Kind weinen.

Traurigkeit bis hin zu starker Frustration hilft im Ablösungsprozess: Im Modus der Trauer können Menschen sich selbst begegnen, sich ein Nest bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine dünne Haut. Manches Leid bricht wie eine schlecht verheilte Wunde wieder auf. Nur wer die Trauer zulässt und die ungeweinten Tränen ausweint, kann die Trauer ausspülen und seine Wunden heilen. Doch oft legen sich die Menschen lieber einen Panzer aus Bitterkeit und Sarkasmus zu, bekommen Magenkrämpfe, Atemnot, Kopf- und Herzschmerzen, Schulter- und Rückenprobleme oder entwickeln Süchte, um die Traurigkeit nicht zu fühlen.

Adressieren wir den Schmerz mit Schuldzuweisungen im außen statt auf unsere unerfüllten Bedürfnisse im Inneren zu schauen, dann bleiben wir ein Teil des Unfriedens. Um Feindbilder zu verwandeln braucht es nach Marshall Rosenberg „Verzweiflungsarbeit“ mit dem Schmerz und den eigenen unerfüllten Bedürfnissen. Dann können wir an unserem Schmerz auch wachsen und einfühlend auch in die Menschen sein, die unsere Bedürfnisse nicht erfüllen. Und dabei auch unsere Bedürfnisse klären. Das ist die Basis gesunder Veränderung.


Rollenbeschreibung - Die Traurigkeit

Die graue konturenlose Gestalt begleitet jeden immer wieder ein Stück des Weges und holt den Flüchtigen ein, der ihr nicht zuhören will und sich Mantras zuspricht wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz". Nur damit sie die amorphe Gestalt nicht fühlen müssen. Dabei will sie nur tröstend in die Arme genommen werden. Sich ausruhen und neue Kraft sammeln. Damit nicht Mutlosigkeit die Macht übernimmt, sondern die Hoffnung.

Aus: Inge Wuthe - Märchen von der traurigen Traurigkeit

 

4. Sozial erlernte Emotionen wie Scham, Schuld, Eifersucht, Geiz und Gier

Im Gegensatz zu den Basisemotionen wie Angst, Ärger, Trauer und Freude sind die sozial erlernte Emotionen nicht von Beginn an in uns angelegt und im limbischen System verarbeitet. Wer etwa ohne Moral ist, der kann keine Scham empfinden. Um diese Emotionen zu spüren, braucht es die menschliche Reife, über sich selbst und über andere zu reflektieren. Dabei aktiviert sich der orbitofrontale Cortex, ohne den ein Empfinden von Scham gar nicht möglich ist, was verhindert, dass Menschen sich antisozial verhalten oder sich selbst unwillentlich bloßstellen. Die sozial erlernten Emotionen entwickeln sich beim gesunden Menschen mit seiner Moral. Traditionelle Dominanzsysteme nutzen dies und arbeiten bewusst mit Belohnung, Bestrafung, Beschämung. Das aber führt gesellschaftlich in einen Teufelskreis der Gewalt, in dem Menschen in diversen sozialen Emotionen wie Verlegenheit, Eifersucht, Schuld und Scham feststecken.

Sozial erlernte Emotionen haben eine wichtige regulierende soziale Funktion. Natürliche Scham und die Sorge vor einem Gesichtsverlust setzen dem Denken und Handeln Tabus, bewahren den Mensch vor unethischem Verhalten und vor Entfesselung alles ohne Grenze zu tun. Ein Mensch, präsent mit seinen Bedürfnissen verbunden ist, spürt Schuld und Scham nicht. Schuld und Scham sind immer sekundäre Denk- und Reflexionsprozesse, die nach innen oder auf andere gerichtete Verurteilungen beinhalten.

In ihrem impulsiven Ausdruck können Schuld und Scham besonders destruktiv wirken. Ist der Gesichtsverlust oder eine tiefe Demütigung passiert, ist mit Kurzschlussreaktionen bis hin zum Selbstmord, Traumata und völliger Entgrenzung zu rechnen. Wenn der Selbstwert so schwer verletzt ist, dass dies gewalttätige Abwehr und kurzfristige Affekte provoziert. Obwohl kulturell gängig, darf deshalb im Streit nie verfolgt werden, den anderen zu beschämen oder zu beschuldigen. Dies würdigt herab, fügt stets tiefe Verletzungen zu, unterbricht Beziehungen, grenzt aus, isoliert, entblößt. Oft wird Scham sogar mit sozialer Schande, Gesichts-, Ehr- und Statusverlust verbunden. Die unantastbare Menschenwürde wurde von und vor anderen entehrt. Minderwertigkeitsgefühl und Opferhaltung breiten sich aus bis die Scham gewandelt wird.

Aber auch Herunterschlucken, Verdrängen und Vergessen ins Unbewusste und die Dissoziation von Emotionen löst keine Krisen, sozialen Konflikte, Traumata und vermeidet nicht die Weiterübertragung. Im Gegenteil. Oft wachsen dann Hass und Verbitterung. Scham zeigt, dass wir von außen auf uns blicken können und uns dabei auf das Äußere fixieren (was die anderen denken könnten). Wir erkennen auf moralischer Ebene, dass wir Fehler machen und leiten daraus ab, dies zu vermeiden. Wer sich schuldig fühlt, leugnet seine Menschenwürde bis die Schuld einen Raum zum Heilen findet. Das ist der Stoff auf dem Märchen aufbauen.

 


Rollenbeschreibung - Die Scham

Die riechende, schäumende warme Flüssigkeit ist nicht zurück zu halten. Sie fließt unaufhörlich aus den Poren und ergießt sich auf den Boden um uns herum, der sich leider nur nicht auftut, dass man in ihm versinken könnte.


Eifersucht ist ein Mangelempfinden, das aus dem Bewerten, Sich Messen und Vergleichen resultiert. Man muss auf der verzweifelten Suche nach Anerkennung schon von Narzissmus und Überlegenheitsdenken lassen, um in der Überwindung ein Gespür für die Menschenwürde zu bekommen. Hinter Geiz und Gier bis zu krankhaftem Ehrgeiz stecken Begehren, Getriebensein bis hin zum Suchtverhalten. Bei Überwindung entsteht erst ein Gefühl für Gelassenheit und das Glück des Mit-Teilen Könnens. 

Dienlicher Umgang mit unangenehmen Gefühlen

Körper, Gefühle, Gedanken und Verhalten - aber auch Träume als bildhafte Darstellungen unseres seelischen Zustandes - sind mit ihren Botschaften Quellen für die menschliche Selbsterkenntnis. Gerade auch alle misslichen Gefühle als Hinweis dafür willkommen heißen zu können, was in uns präsent ist, führt in die Seelenruhe. Vitalkräfte und Gefühle, die auf unerfüllte Bedürfnisse hinwirken, sind nicht angenehm - aber wichtig für die Entwicklung und Wiederherstellung eines gesunden Selbstwertgefühls.

Erst einmal ist zu erkennen, dass Gefühle und Empfindungen eng mit dem urteilenden Denken des Egos verknüpft sind. Kommen wir weg vom Denken, lässt sich bewusst eine Verbindung zum Hier und Jetzt und den gerade lebendigen Bedürfnissen herstellen. Dann können wir vielleicht den Schmerz besehen und es aushalten, dass auch ganz alte Wunden wieder an die Oberfläche des Bewusstseins kommen und wir durch ein Tal der Tränen gehen, statt die Dinge weiter zu verdrängen. So reißen wir die Burg ab, die wir um uns gebaut haben, öffnen wieder unser Herz und uns für die Liebe, die Heilung schenkt. Gelingt diese Veränderung der Haltung findet Veränderung auf tiefer Ebene statt.

Unangenehme Gefühle können so ein wertvoller Weckruf werden, uns auf unsere Art des Denkens und Fühlens aufmerksam zu machen. Sie sind aber keine Dämonen, die wir bekämpfen oder vermeiden müssen. Nehmen wir sie an, fügen sie sich mit ihren Kompetenzen in unser inneres Team ein und wir werden lebendiger in der Verbindung mit uns selbst, vitaler. Wir lernen die angenehmen und unangenehmen Gefühle viel differenzierter wahrzunehmen und auszudrücken. Und das ist es, was am Ende gesunde Authentizität ausmacht. Oder wie es Marshall Rosenberg einst ausdrückte: Wir lachen all unser Lachen und weinen all unsere Tränen...

 


 

[1] Die begrifflichen Definitionen sind in der Literatur völlig uneinheitlich. Die hier verwendete Begriffsbildung lehnt sich an Damasio, Antonio R. (2004): Descartes' Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn.

  • In der Psychologie sind Motive/ Bedürfnisse die Handlungstreiber. Emotionen werden auf Gefühle verkürzt und eher als Begleiterscheinungen der Bedürfnisse gesehen.
  • In der Biologie sind die Emotionen mit ihrer biologischen Funktion die Handlungstreiber. Der Mensch ist auf soziale Gemeinschaft zum Überleben angewiesen. Das Erkennen der Absichten des anderen, erfordert Dechiffrierung emotionaler Signale.
  • In der Hirnforschung ein Paradigmenwechsel durch die Neurobiologen Antonio Damasio und Joseph LeDoux um 1994. Es kam zur emotionalen Wende. Frühe Protagonisten wie Gerhard Roth und Luc Ciompi ordneten dem Unbewussten großen Raum in den Entscheidungsprozessen zu. Damasio erkannte bei Hirnverletzten, dass ohne Emotionen keine Entscheidungsprozesse zustande kommen.

[2] Sechs Emotionen Angst/ Furcht, Trauer/ Traurigkeit, Ärger/ Wut, Ekel, Überraschung und Freude/ Glück lassen sich kulturunabhängige in der Mimik identifizieren. Vgl. Ekman, Paul (1982): Emotion in the Human Face;  Damasio, Antonio R. (2002):  Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins, Ullstein Taschenbuchverlag (List), München.

[3] Die an Gefühle gekoppelten unwillkürlichen Körperreaktionen sind es, die durch so g. Lügendetektoren gemessen werden. Auch wenn sie oft von Gefühlen sprechen, nehmen Menschen mit mangelndem Körperbewusstsein Gefühle selten wahr. Eher sind es Gedanken.

[4] Emotionen, Gefühle, Empfindungen bilden sich in der nonverbalen Kommunikation als emotionale Rahmung der verbalen Kommunikation ab. Vgl. Damasio, Antonio R. (2002):  Ich fühle, also bin ich. Die Entschlüsselung des Bewusstseins, Ullstein Taschenbuchverlag (List), München.

[5] Nach dem französischen Philosophen Michel de Montaigne (1533-1592) braucht es tiefe Reflexion, um sich auf geistiger Ebene über seinen Körper zu erhöhen und so die Angst vor dem Sterben zu überwinden. Er hat darum die Überzeugung geprägt: "Philosophieren heißt sterben lernen."

[6] Von Soren Kierkegaard stammt die Metapher des Sprungs in den Glauben. Um die Angst zu überwinden hilft nicht der Verstand. Kierkegaard ist der Denker des Paradoxen. Kierkegaard sagte einst: Wo Leben ist, ist Widerspruch.

[7] Schon in der Antike waren Allegorien etabliert, um personifizierte Abstrakta darzustellen und sie als eine Reflexion von Körperlichkeit abzubilden und zu ästhetisieren.

[8] Zu sehen ist auch, dass Menschen nicht alles mit sich machen lassen wollen und sich für sich einsetzen, die direkte Konfrontation aber scheuen. Dann reden sie hinter dem Rücken schlecht. Aus Sorge, sich nicht durchzusetzen oder die Beziehung zu gefährden.


Immer neue Inspiration, Fort- und Weiterbildung sind im digitalen Zeitalter v. a. für s. g.  Wissensarbeiter wichtig. Es gilt, der persönlichen Reflexion und dem Abgleich mit Wahrnehmung der Anderen immer wieder Raum zu geben.  Die digitale Transformation verändert unsere Welt. In der vernetzten Welt wird Wissen blitzschnell in z.T. höchster Qualität virtuell geteilt. Einfach nur ins Web gestellt. Es kann so in kürzester Zeit in immer neuen Kontexten neu verknüpft werden. Dazu leisten auch wir bewusst einen Beitrag. Berater des  21. Jhd. verkaufen kein Wissen an sich. Sie verknüpfen Wissen mit praktischen Lösungen. Zum Nutzen des Kundens. Damit die Lösungskompetenz nachhaltig in der Organisation verankert wird, ist uns dabei die offene Umsetzung mit den Leistungsträgern in der Organisation wichtig. Es ist ein Arbeiten an und für die Organisation in der realen Welt. Von Mensch zu Mensch, Face to Face. 

Wert unangenehmer Gefühle
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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.