Stille Nacht: Noch so aktuell wie vor 200 Jahren.

Ein Lied, das zu Heiligabend die Sehnsucht der Menschen nach friedvoller Zusammengehörigkeit stärkt.

 

Ein Lied, das um die Welt gegangen ist. Ein Lied, das Inbegriff des weihnachtlichen Brauchtums nicht nur im deutschen Sprachraum geworden ist. Ein Lied, das heute in fast keiner Christmette mehr fehlt. Das ein Stück weit die Stimmung der Weihnacht und des Friedens transportiert. Dieses Lied feiert seinen 200. Geburtstag.

Es war am 24. Dezember des Jahres 1818. Josef Mohr war damals erst 23 jährig und Hilfspriester in der neu errichteten Pfarrkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg in Österreich. Am Vormittag des Heiligen Abends überreichte er Franz Gruber, der den Organisten vertrat, ein Gedicht, das er vor zwei Jahren geschrieben hatte. Mohr bat Gruber dazu spontan eine passende Melodie für zwei Solostimmen, Chor und für Gitarren Begleitung zu schreiben. Sogleich machte sich Gruber ans Werk und überreichte Mohr noch am gleichen Tag seine Komposition. Dem gefiel das Lied. Und die beiden sagen es gleich am Ende der Christmette. Und so wurde „Stille Nacht!“ vor 200 Jahren zum ersten Mal gesungen. Als der Orgelbauer Carl Mauracher aus dem Zillertal den Auftrag erhält, die Orgel in St. Nikola zu reparieren lernt auch er das Lied kennen und bringt es mit in seine Tiroler Heimat. Der Rest ist Geschichte...

„Stille Nacht!“ ist heute längst eines der bekanntesten und beliebtesten Weihnachtslieder der Welt. Ein Friedenslied, das in den unsicheren Krisenjahren nach den Napoleonischen Kriegen die Sehnsucht der Menschen ausdrückte. Das sanften Trost verspricht und Hoffnung schenkt. Und das dabei – auch heute noch – die Generationen und Konfessionen verbindet.

Ursprünglich hatte das Lied sechs Strophen. Heute werden meist noch die 1., 2. und 6. in variabler Reihenfolge gedruckt und gesungen. Der im Zentrum der Urfassung stehende Wunsch nach Frieden unter allen Völkern der Welt ist uns durch die Verkürzung nicht mehr so geläufig. Wie schön, dass da der 200. Geburtstag Anlass zur Rückbesinnung auf die Ursprünge gibt. In der Erinnerung an die Ursprünge lässt es sich unbedingt in die Kette großer Friedenslieder, die durch die Welt tönen, einreihen wie „Dona Nobis Pacem“, „Oh freedom!“, Nicoles „Ein bißchen Frieden“, oder auch John Lennons “Imagine” und Michael Jacksons „Heal the World“. Der Mensch sehnt sich zu allen Zeiten zutiefst nach einem allumfassenden Frieden.

Hören Sie in diesem Jahr das „Stille Nacht!“-Lied doch einmal als Geschenk für sich selbst: Gönnen Sie sich Stille, Ruhe und Zeit für sich. Genießen Sie besonders das Geschenk, das Ihnen Ihr innerer Frieden zwischen den Jahren bringt!


 

Urfassung "Stille Nacht!"

Text: Joseph Mohr, 1816
Melodie (Komposition): Franz Xaver Gruber, 1818 

1. Stille Nacht! Heilige Nacht! 2. Stille Nacht! Heilige Nacht! 
Alles schläft; einsam wacht Gottes Sohn! O wie lacht 
Nur das traute heilige Paar. Lieb´ aus deinem göttlichen Mund, 
Holder Knab im lockigten Haar da uns schlägt die rettende Stund`. 
schlafe in himmlischer Ruh, Jesus in deiner Geburt, 
schlafe in himmlischer Ruh! Jesus in deiner Geburt!

3. Stille Nacht! Heilige Nacht! 4. Stille Nacht! Heilige Nacht! 
Die der Welt Heil gebracht. Wo sich heut‘ alle Macht 
Aus des Himmels goldenen Höh‘n Väterlicher Liebe ergoss 
Uns der Gnaden Fülle lässt seh‘n und als Bruder huldvoll umschloss 
Jesus in Menschengestalt, Jesus die Völker der Welt, 
Jesus in Menschengestalt. Jesus die Völker der Welt.

5. Stille Nacht! Heilige Nacht! 6. Stille Nacht! Heilige Nacht! 
Lange schon uns bedacht, Hirten erst kundgemacht 
Als der Herr vom Grimme befreit, Durch der Engel Alleluja, 
In der Väter urgrauer Zeit aller Tönt es laut bei Ferne und Nah: 
Welt Schonung verhieß, Jesus der Retter ist da, 
aller Welt Schonung verhieß. Jesus der Retter ist da!

 

 

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