Der OP Review

Der OP zählt zu den leistungsdichtesten Bereiche im Krankenhaus. Eine gute Einbindung aller Beteiligten bereits in der Analyse Phase ist mitentscheidend für den Erfolg von Veränderungen.

Ziel

Die Geschäftsführung eines städtischen Klinikums hatte uns dazu beauftragt, ein OP Projekt  zu begleiten. In einem ersten Schritt führten wir dazu ein O -Review als Basis für die Ableitung von Handlungsfeldern und Maßnahmen durch. Übergeordnetes Ziel war es, die Ablaufprozesse Schritt für Schritt zu verbessern sowie die Berufsgruppen übergreifende Zusammenarbeit zu fördern.

 

Umsetzung

Nach einer ersten Begehung des OP Bereichs setzten wir gemeinsam mit den Verantwortlichen des perioperativen Teams die Planung für den OP Review auf. Im Kern bestand der Review aus einer Begehung von zwei Tagen. Zum einen sollten die Kernprozesses im OP anhand einer Prozessbeobachtung begutachtet werden. Zum anderen sollte eine Vielzahl der Beteiligten in Interviews zu Wort kommen. Diese umfassten Gruppen- und Einzelinterviews mit Leitungskräften und Mitarbeitern des perioperativen Teams. Hinzu kamen Gespräche mit den wichtigsten Operateuren sowie mit Mitarbeitern der Stationen und Ambulanzen zur Identifikation von Problemen in den vor- und nachgelagerten Prozessen. Im Vorfeld der Begehung forderten wir zudem Daten an, die neben Kennzahlen auch Daten aus Mitarbeiterbefragungen, Personalbedarfsplanungen und weiteren Quellen enthielt.

Im Rahmen der zweitägigen Begehung wurden die Prozessbeobachtungen sowie die Interviews von uns durchgeführt. Dabei wurden neben Schwächen und Verbesserungen auch die Stärken erhoben. Zudem wurden vielfältigste Optionen für die strategische Weiterentwicklung diskutiert.

Im Nachgang zu der Begehung wurden die erhobenen Daten und Erkenntnisse mit den Ergebnissen der Datenanalyse zusammengeführt und in einer Ergebnispräsentation aufbereitet. Die Ergebnisse wurden im ersten Schritt der Steuerungsgruppe präsentiert. Basierend auf den Analyseergebnissen wurden gemeinsam mit den Verantwortlichen die konkreten Handlungsfelder festgelegt und je Handlungsfeld Maßnahmen abgeleitet. Diese wurden in eine Zeitplanung überführt. So war es Ziel, aus einer zügigen Analyse, genauso zügig in die Umsetzung mit dem OP-Team zu kommen. Mit diversen Maßnahmen am Berufsgruppen übergreifenden Teambuilding sowie an einer prozessbasierten verlässlichen OP-Planung zu arbeiten floss so in das Ziel, den Kulturveränderungsprozess im OP zu implementieren.

 

Ergebnis

Neben der fachlichen Analyse und der Ableitung klarer Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für eine Verbesserung der Prozesse und Zusammenarbeit ist v.a. die Einbindung aller relevanten Berufsgruppen über alle Hierarchieebenen hinweg ein entscheidender Erfolgsfaktor für die spätere Umsetzung der Maßnahmen. Die vielfältigen Interviews, die wir in den verschiedenen Bereichen geführt haben, haben dazu beigetragen, dass ein großes Interesser aller Beteiligten an den Analyse-Ergebnissen entstand. Die Motivation am Projekt und den initiierten Maßnahmen mitzuarbeiten wurde dadurch gestärkt – und das, obwohl die Skepsis zu Beginn in verschiedenen Bereichen relativ hoch war.

Natürlich ist gerade in Bereichen wie dem OP die Fach-Diskussion aller Beteiligten an einem Tisch wichtig. Doch die beste inhaltliche Analyse und fachliche Absicherung kann nur dann zu guten Umsetzungserfolgen führen, wenn die beteiligten Personen bereit sind, die Ergebnisse mitzutragen. Im OP, wo es angesichts der eingebundenen Berufsgruppen, Disziplinen und Bereiche viele Partikularinteressen gibt, ist dies bereits in der Analyse der entscheidende Faktor, der den Unterschied für ein gelingendes Projekt macht. 

Veränderung mit Chefärzten und ihren Fachabteilungen funktioniert in der Praxis über Lernen aus Erfolgsgeschichten und Erfolgsnetzwerken
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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.