# 1. Führen heißt, das Bild entwerfen

Lernen von Van Gogh: Wie werden Sie vom Ausführer der Ziele anderer selbst zum Mitgestalter? Lassen Sie uns daran arbeiten!

 

Hier ein Punkt, da noch ein Strich. Der Pinsel taucht in die Farbe. Nach und nach entsteht ein Bild auf der Leinwand. Mich hat das als Kind fasziniert: einem Maler über die Schulter zu schauen. Zu sehen, wie aus einem Bild im Kopf, Bauch oder Herz des Künstlers ein Bild auf der Leinwand entsteht.

Die meisten Maler haben klare Vorstellungen von ihrem Bild, wenn sie den ersten Strich auf die Leinwand setzen. Das Bild ist etwas Lebendiges, Atmendes, es wandelt sich ständig. Der kreative Prozess geht während des Malens weiter und machmal kommt alles zusammen und es entstehen wundervolle Dinge wie von Wunderhand. Und doch: ganz am Anfang braucht es eine stimmige Vision, einen Blick auf das große Ganze. Der erste Strich stellt die Weichen.

Aus einer Idee ein Ergebnis werden lassen – das tun auch Führungskräfte. Führen fordert Rückwärts-Denken. So wie der Maler sein Bild in sich hat, so müssen Führungskräfte von Anfang an ein Ziel vor Augen haben, um Orientierung zu bieten. Welches Ziel haben Sie vor Ihrem inneren Auge? Vielleicht arbeiten Sie als Leitung schon länger in Ihrem Bereich? Dann fragen Sie sich doch mal: Was wäre Ihr persönlicher Traum vom Miteinander in Ihrem Team? Vielleicht haben Sie etwas ganz Konkretes vor Augen, was Sie gerne gemeinsam aufbauen würden? Was aber die Kraft und das Commitment von Vielen bräuchte? Führung zu sein ist eine gestalterische, kraftvolle Aufgabe. Wenn Sie ein Bild vor Augen haben, dann fangen Sie wie der Maler an, es wahr werden zu lassen. So wie der Maler eine Grundlage schafft: welche Farben setze ich ein? Welche Formen? Welche Technik? So fragen auch Sie sich: wo kann ich anfangen, mein Idealbild zur Realität werden zu lassen? Was kann ich einsetzen? Wie kann ich Farbe ins Leben bringen? Natürlich, dass sind große Fragen. Das sind Aufgaben, die Ihnen vielleicht zu gewaltig erscheinen. Kein Wunder, für die Aufgabe als Führungskraft ist niemand geboren. Auch ein Maler muss üben. Der Erfolg wird ihm nicht geschenkt. Selbst van Gogh, der als Vater der modernen Malerei gilt und dessen Werke heute im hohen zweistelligen Millionen Dollar Bereich gehandelt werden, hat zu Lebzeiten gerade mal ein einziges Bild verkauft. Und auch er hat irgendwann einmal sein erstes Bild gemalt. Und wenn Sie sich selbst diese Aufbauarbeit nicht zutrauen und sich in Problemen begrenzen, dann geht viel verloren. Ihrem Unternehmen geht viel verloren: nämlich gerade Ihr gestalterisches Potenzial.

Wie Idee und Ausführung beim Maler, so fallen auch Führung und Management auseinander. Alles wird zweimal geschaffen – zunächst in der Vorstellung der Führung, dann in der Umsetzung, in der Realität. Trauen Sie sich zu, Führungsverantwortung zu übernehmen. Wir sind überzeugt, wenn Sie ein Bild davon haben, was Ihnen wichtig zu schaffen ist, dann haben Sie auch das Zeug dazu, andere dafür zu begeistern. Und gemeinsam miteinander das Ziel zu erreichen. Wie werden Sie vom Ausführer der Ziele anderer selbst zum Mitgestalter? Lassen Sie uns daran arbeiten!

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