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Krankenhausberater 3-2017: PE in der Veränderung

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Positive Verstärkungen sind ein beliebtes Führungsmittel. In der Regel sollen extrinsische Anreize ein bestimmtes Verhalten fördern, um Ziele zu erreichen. Nicht selten werden sie dann jedoch auch zum Problem, wenn unerwünschte Nebenwirkungen der Verstärkung nicht bedacht werden. Die folgende Geschichte veranschaulicht diesen Mechanismus:*

In Nordamerika gab es einen einfallsreichen Unternehmer. Mit seiner Geschäftsidee eines Reinlichkeitstrainings für in Stadtwohnungen gehaltene Hunde verdiente er sich in kurzer Zeit eine goldene Nase. Hundebesitzer, die einmal einen Welpen erzogen haben, wissen, wie mühsam es ist, den Welpen davon abzuhalten, sich auf der teuren Auslegware zu erleichtern. Dieser Unternehmer garantierte nun, jeden Hund innerhalb von drei Tagen stubenrein zu bekommen, sodass er seine Geschäfte nur noch draußen verrichtet. Und da er dieses fast unglaubliche Versprechen tatsächlich einhielt, boomte sein "Geschäft mit dem Geschäft".

Sein Erfolgsgeheimnis lag in der positiven Verstärkung. Er oder einer seiner Mitarbeiter führte den Hund des Klienten auf der Straße zu einem Baum oder zu einem kleinen Rasenstück und wartete, bis das Tier sich entleert hatte. Dann gab er entzückte Schreie von sich, machte Luftsprünge, reckte begeistert die Faust, führte ein Freudentänzchen auf und stimmte eine fröhliche Melodie an. Manchmal schlug der Trainer sogar ein Rad. Kurzum, er legte allerhöchsten Enthusiasmus an den Tag und feierte die Exkremente des Hundes mit einem Elan, der seinesgleichen suchte. Und es funktionierte! Der Hund spürte, dass er da jemanden sehr, sehr glücklich gemacht hatte. Und innerhalb von drei Tagen verrichtete er sein Geschäft nur noch draußen. So stark wirkte die positive Verstärkung bei den jungen Tieren. 

Mit der Zeit kam der Hundetrainer allerdings in Schwierigkeiten. Einige seiner Klienten nahmen nämlich mit ihrem Hund zusammen auf dem Sofa Platz, um sich im Fernsehen ein Spiel anzuschauen, American Football oder Fußball. Dann erzielte ihre Mannschaft einen spektakulären Touchdown bzw. ein sensationelles Tor. Herrchen sprang vom Sofa auf, machte Luftsprünge, reckte begeistert die Faust, führte ein Freudentänzchen auf und stimmte eine fröhliche Melodie an. Und nun raten Sie mal, was der Hund tat...

Wie die Geschichte zeigt, lohnt es sich also im Vorfeld zu prüfen, welche unerwünschten Nebenwirkungen so gesteuerte Verstärkungen mit sich führen können. Es ist zwar möglich, Verhaltensanpassungen zu beschleunigen. Doch am Ende bleibt fraglich, ob sich über extrinsische Anreize wirklich Zeit sparen lässt. Die Welpen haben sich gut beeinflussen lassen. Für wahres Verstehen und Lernen gibt es allerdings keine Abkürzung. Die Welpen wurden durch den schnellen Prozess überrumpelt und konnten das Gelernte nicht verarbeiten. In einem späteren Stadium zeigte sich das Problemverhalten. Die Zeit, die man für den Lernprozess investiert, ist keine vertane Zeit. Manchmal ist der vermeidlich mühsame Weg, neue Verhaltensweisen zu erlernen und zu trainieren – ohne Manipulation durch äußere Anreizsysteme –langfristig der nachhaltigere. Vielleicht sogar der einzige….  

Wir wünschen Ihnen auch heute wieder viel Spaß und spannende Antworten beim weiteren Lesen des Newsletters! 

Herzliche Grüße
Stefan Ruhl und Elke Eberts

 

* Aus AJAHN BRAH: Der Elefant, der sein Glück vergaß, Lotos Verlag, München, 2015, S. 18.


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Die Organisation ist mitten in einem großangelegten Prozess der Zukunftssicherung. Zugleich werden viele Mitarbeitende altersbedingt in den nächsten Jahren aus dem Unternehmen ausscheiden. Das stellt das Unternehmen vor eine Herausforderung. Wissen muss übertragen und weiterentwickelt, Ressourcen müssen gezielt eingesetzt werden.

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Im letzten Monat haben wir uns in unserem News-Blog rund um Führung und Management im Krankenhaus mit dem folgenden Thema auseinandergesetzt:

in dem Beitrag gehen wir der Frage nach, was Fairness von Gerechtigkeit unterscheidet und warum sie gerade für Führung so entscheidend ist.  

Bleiben Sie auf dem aktuellen Stand unserer laufenden Beiträge. Diesen Beitrag und weitere Themen finden Sie auf unseren

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Unser Buchtipp: Embodiment - Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen

Wie die Autoren Maja Storch, Benita Cantieni, Gerald Hüther und Wolfang Tschacher es selbst beschreiben, ist dieses Buch ein Wagnis. Denn vier verschiedene Disziplinen haben sich zusammengefunden, um ihr Wissen in einem transdisziplinären Projekt zu vereinen: die Psychologie, die Körperarbeit, die Neurobiologie und die Kognitionswissenschaft. Vereint hat diese vier Autoren ein Ziel: dem Körper den Stellenwert zukommen zu lassen, den er hat und der Wunsch nach einer verbindenden Vision in der Humanwissenschaft.

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Das nächsten Kapitel sind freigeschaltet: Coaching | Training und Management | Beratung

Langsam, aber stetig und nach Zeitplan, geht es voran. Alte Homepageinhalte werden durch neue Seiten auf der Krankenhausberaterseite ersetzt. Neu seit diesem Monat sind nun auch die Kapitel

online. Die Inhalte werden sich in den nächsten Wochen weiter füllen. Schauen Sie doch gelegentlich mal vorbei. Zudem haben wir auch neue Referenzen online gestellt - wir selbst finden sie immer wieder spannend zu lesen. 

 

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