Inselspital, Universitätsspital Bern

Stationsmanagement

Stationsmanagement, Inselspital Bern
Projektzeitraum
  • 2011
Ansprechpartner
  • Prof. Dr. Andreas Raabe, Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Neurochirurgie

Zielsetzung

Vordringliches Projektziel war der Nachweis des zusätzlichen Betten- und Personalbedarfs auf Ebene der neurochirurgischen Normalstationen, um die Wachstumsziele der Abteilung in diesem Engpassbereich abbilden zu können. Die Ergebnisse sollten direkt in das Betriebskonzept Neurochirurgie (Schnittstelle Neurozentrum) einfließen.

  • Die Schwerpunkte im Projekt konzentrierten sich primär auf drei Themen:
  • Synchronisation der Berufsgruppen, u. a. durch Abgleich und Zusammenführung berufsgruppenspezifischer Konzepte, Angleichung der Stationsbereiche, Reduktion von Doppeldokumentationen
  • Integration und Weiterentwicklung von Teamarbeit, Standards und Koordination, u. a. durch Regelungen für gemeinsame Visiten, berufsgruppenübergreifende Behandlungspfade
  • Stationsverantwortung, u. a. durch Festlegung fester ärztlicher Ansprechpartner für die Pflegenden, klare Zuordnungen der Tätigkeiten

Umsetzung

Die berufsgruppenübergreifend erarbeiteten Regelungen für die Aufbau- und Ablauforganisation auf der Normalstation L fanden ihren schriftlichen Niederschlag in einem Stationsmanagementhandbuch für die Neurochirurgische Klinik. Besonderes Augenmerk bei der Erstellung des Stationshandbuchs lag auf der Darstellung der berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit bis über die Grenzen der Station hinaus. Somit ist das Stationshandbuch als organisatorisches Rahmenwerk für die Station anzusehen, das durch klinische Behandlungspfade ergänzt wird.

Im Handbuch geht es damit um die Koordination von Kernprozessen auf der Station, um die Überlegung, wie durch optimale Organisation von Unterstützungsprozessen das Fachpersonal stärker auf seine Kerntätigkeit fokussiert werden kann sowie um die Etablierung von Führungs- und Managementprozessen auf Ebene der Station.

Die erste Umsetzungsphase wurde im Sommer 2011 in nur 6 Monaten abgeschlossen und enthielt klare Vereinbarungen und Prozessziele u.a.im Hinblick auf Austritt, Eintritt, Morgen- und Kardexvisite, Diensteinsatzplanung, berufsgruppenübergreifende Regelkommunikation, strukturierte Einarbeitung, Delegation ärztlicher Tätigkeiten.

Die zweite Umsetzungsphase erfolgte 2012 und stellte die Weichen für den 2013 geplanten Bettenausbau. Elemente dieser Umsetzungsphase sind:

  • Umsetzung der implementierten klinischen Behandlungspfade
  • Implementierung eines Case Managements
  • Einführung eines ärztlichen Spätdienstes, sodass der Frühdienst ab 13 Uhr auf der Station als zweiter Stationsarzt zur Verfügung steht, Übernahme weiterer ärztlicher Tätigkeiten durch die Pflege

Die dritte Umsetzungsphase bezieht sich auf die „50-Betten-Station“ und umfasst etwa,

  • Ärztliche und pflegerische Synchronisation der Stationshälften
  • Ganztäglich feste Stationsärzte
  • Konzentration der Privatpatienten auf eine Stationshälfte.

Ergebnisse

Zum Projektabschluss ist bedingt durch den stufenweisen Ausbau der Station die erste Umsetzungsphase abgeschlossen. Nach einer Vielzahl an gleichzeitig eingeführten Neuerungen– Organisationsprojekt, Pflegestandards und Stationsbewirtschaftung, neue Führungskultur auf Basis von Leistung, Verantwortung und Vertrauen auf Station, viele gleichzeitige IT-Projekte, Behandlungspfade und Zentrumspfade – ist es für die Station im nächsten Schritt wichtig, eine Phase der Ruhe zu finden, in der sich die neuen Routinen stabil im Alltag verankern können.

Zum Zeitpunkt des Projektabschlusses kann das Managementteam auf Station u.a. folgende Erfolge für sich verzeichnen:

  • Angenehme berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit („es herrscht ein guter Ton auf Station“) mit zuverlässiger Einhaltung der Landmarken im Tagesablauf und verbesserter Kontinuität in der Patientenbehandlung
  • Die Visiten werden bewusster vorbereitet und es findet eine kontinuierliche Austrittsplanung im Zuge der Visite statt. Dienstags bis freitags klappen 80-90% der Entlassungen bis 9:30 Uhr mit vorläufigem Arztbrief
  • Übernahme delegationsfähiger ärztlicher Tätigkeiten für erfahrene Pflegekräfte keine zusätzliche zeitliche Investition

    Lesen Sie weiter

    Erfahren Sie mehr über das Projekt und die damit verbundenen Beratungsinhalte: 

    • von Allmen, U.; Eberts, E.; Raabe, A.; Radnic, S. (2011): Veraltete Rituale auflösen. In: Die Schwester Der Pfleger 12/ 2011, S. 1218-1220.
    • Eberts, E.; Pföhler, M.: Gestaltung von Wachstumsprozessen in Organisationen – Ausgangslage einer rasant wachsenden neurochirurgischen Universitätsklinik. In: klinikarzt 11/ 2011, S. 493-500.

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