Zeit- und Selbstmanagement - Selbstdisziplin und Verzicht

Jim Collins und Erik Weihenmayer sind überaus erfolgreich auf Ihren Gebieten. Hinter dem Erfolg beider steht strikter Fokus und Selbstdisziplin im Zeit- und Selbstmanaqement.

 

Plan - Do - Check - Act:  Selbstdisziplin

Die Werke des bekannten Management-Experten Jim Collins wurden zu Bestsellern: Built to Last, Good to Great, How the Mighty Fall. Würde man ihn fragen, was entscheidend  für seinen Erfolg ist, würde er vielleicht sagen: Disziplin. Die Disziplin, nur das zu tun, für das man sich entschieden hat. Starthilfe hierfür gab ihm sein früherer Mentor, Peter Drucker. Drucker fragte Collins, ob es richtig sei, dass er in erster Linie Ideen entwickeln wolle. Collins nickte. Dann sagte Drucker, mit seinem berüchtigten Akzent: „Zen you must not build an organization! Because zen you will end up managing zat organization!“

Collins nahm sich das zu Herzen, baute keine große Beratung auf, sondern beschäftigt bis heute lediglich fünf Mitarbeiter, die ihm direkt zuarbeiten. Wer in sein Arbeitszimmer vordringt, sieht ihn am Kopf eines langen Tisches sitzen, der mit Bergen von  Ordnern und Materialien bedeckt ist und erhält Einblicke in seine persönliche Arbeitsweise. Was er dort macht, verrät ein Blick auf das Flipchart neben ihm. Darauf steht etwa: Creative 53 % – Teaching 28 % – Other 19 %. Ganz klar, Collins ist ein minutiöser Selbstkontrolleur. Vor Jahren hat Collins beschlossen, seine Zeit genauso einzuteilen: die Hälfte für kreative Arbeit, ein Drittel für lehrende Tätigkeiten und der Rest für alles andere. Beschlossen ist beschlossen. Also misst er seine Arbeitszeit mit einer Stoppuhr und ordnet sie den drei Bereichen zu. Einmal am Tag trägt er seine Werte in eine Excel-Tabelle ein und weiß am Abend so ganz genau, wie treu er seinen Zielen ist. Und weil er nach längeren Analysen entdeckt hat, dass er in 10 Tagen auf ein Schlafpensum von 70 bis 75 Stunden kommen muss, um kreativ zu bleiben, wird auch diese Zeit geplant, eingeloggt, kontrolliert. Ein sehr strukturiertes Zeit- und Selbstmanagement. Das ist eiserne Selbstdisziplin und das eiserner Selbstkontrolle. 

Viele Menschen stellen sich angesichts einer so strukturierten Arbeitsweise die Nackenhaare. Entscheidend für den Erfolg ist dabei gar nicht die Stoppuhr oder die Struktur. Entscheidend ist, sich dessen bewusst zu sein, was man an großen Steinen im Leben erreichen und mit seiner Zeit anfangen möchte und für sich selbst einen Weg zu finden, genau diesen Dingen auch die notwendige Zeit zu widmen. Da ist Disziplin ein guter Wegbegleiter der Selbstbestimmung. Sich voll und ganz auf das Wesentliche zu fokussieren, um sein großes Ziel zu erreichen, begegnet uns in der ein oder anderen Form bei wohl allen herausragend erfolgreichen Persönlichkeiten.

 

Fokus und Verzicht

Begeben wir uns etwa auf eine Reise mit Erik Weihenmayer. Besteigen wir einen der höchsten Berge der Erde! Dies erfordert eine extreme hohe Anstrengung und Fokussierung.

Die Temperaturen liegen weit unter null. Der Wind ist eisig, die Luft wird mit jedem Schritt dünner. Der Weg zum Gipfel ist senkrecht mit abfallenden Eishängen ohne Halt. Als Bergsteiger tragen wir unser Haus auf dem Rücken. Sprich: wir können nicht alles mitschleppen, was wir gerne mitnehmen möchten, um es uns schön zu machen. Deshalb achtet jeder Bergsteiger genau darauf, was er mitnimmt. Kein Gramm zu viel. Je höher wir kommen, desto heftiger wird der Aufstieg. Und umso mehr müssen wir unwesentliche Dinge, die nur belasten, ablegen. Wir müssen Ballast abwerfen und beweglicher werden, damit wir unser Ziel erreichen. Und dann das letzte Stück bis zum Gipfel. Eisige Temperaturen, schwieriges Gelände. Die Luft ist dünn, jeder Schritt eine Gefahr. Womöglich müssen wir an dieser Stelle unseren Rucksack ganz zurücklassen und uns nur noch auf die eine Sache konzentrieren. Das alles ist für einen gesunden, voll belastbaren Bergsteiger eine echte Challenge.

Für einen Blinden scheint dies nahezu unmöglich. Einen oder gar mehrere Berge zu bezwingen, ohne zu sehen? Das ist kaum vorstellbar. Und doch hat es einer geschafft: Erik Weihenmayer. Der erste Blinde, der die „Seven Summits“, die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente, bestiegen hat. „Wenn du dich auf ein Ziel fokussierst, kannst du fast alles erreichen“, sagt Weihenmayer selbst. Entscheidend ist somit der Fokus und die Frage: Was brauche ich wirklich, um das Wesentliche zu erreichen? Wir müssen dafür sorgen, dass unser Gepäck nicht zu schwer ist und wir den Weg bewältigen können. Das bedeutet auch: Nein sagen, immer wieder entschlacken und regenerieren.

So wie jede biologische Zelle und jedes System  funktioniert: Ohne systematische, stetige Entgiftung ist kein Überleben möglich. Dies gilt für Organismen höherer Art, genauso wie für Menschen und für Unternehmen. Wenn Herausragendes erreicht werden soll, muss  Überflüssigem und Unwesentliches abgestoßen werden. Um auf die Steine und Berge zu fokussieren, die uns im Leben wichtig sind, auf das, was für uns am Ende wirklich zählt.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.