Veränderungsbarometer 2012-2013

Am Veränderungsbarometer beteiligten sich vom 26.11.2012 - 30.3.2013 in einer Online-Umfrage zum Krankenhausmarkt knapp 500 Mitarbeiter und Führungskräfte.

 

Barometer: Veränderungen und Veränderungsbedarf in Kliniken

Die rege Beteiligung, v.a. getrieben von der Pflege, zeigt die hohe Relevanz des Themas. Befragt wurden die Teilnehmer sie zu Veränderungen in ihrer Klinik und deren Ausgestaltung sowie zu den Herausforderungen der nächsten Jahre. Die Ergebnisse dienen dazu, ein Bild der aktuellen Situation in den Kliniken zu erhalten. So können wir damit fokussiert die Qualität der interprofessionellen Arbeitsabläufe mit Ihnen verbessern.

Fast alle Befragten sind sich einig, dass sich ihre Kliniken in tiefen Veränderungen befinden. Je höher die Führungsebene, desto stärker sind sich die Befragten der Veränderungsprozesse bewusst. 3/4 aller Befragten haben bereits manchmal bis sehr häufig an tiefen Veränderungen teilgenommen, etwa die Hälfte der Befragten haben diese bereits geleitet. Es ist zwar ein Erfahrung in den Kliniken vorhanden, die Verantwortung ruht jedoch v.a. auf den oberen Führungsebenen und der Geschäftsführung.

Der hohe Handlungsbedarf in den Kliniken zeigt sich u. a. darin, dass die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass die Abläufe über die Berufsgruppen und Bereiche hinweg in ihrer Klinik nicht nur nicht optimal, sondern sogar schlecht laufen. Nahezu alle Befragten erkennen Potenziale zur Verbesserung in ihrer Klinik. Dies ist ein wichtiges Ergebnis, hat doch das Interesse an organisatorischer Verbesserung alle Führungsebenen und Berufsgruppen erreicht. Während durchweg Verbesserungspotenzial gesehen wird, scheint die Fehlerkultur ein zentraler Stolperstein zu sein. Die Befragten äußern sich sehr kritisch zum Thema Fehlermanagement in ihren Kliniken. Innovation und Experimentierfreude haben laut der Befragten mehrheitlich keinen Stellenwert in ihren Kliniken. Des Weiteren bemängeln die Befragten mehrheitlich, v.a. die Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung, dass keine offene und ehrliche Kommunikationskultur in ihren Kliniken herrscht. Kommunikations- und Fehlerkultur sind jedoch die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und für Veränderungen.

Die Führungen sehen sich mit großer Mehrheit regelmäßig im direkten Dialog mit ihren Mitarbeitern, während die Mitarbeiter der unteren Ebene und die ohne Führungsposition den direkten Dialog mit ihren Vorgesetzten kritisch bewerten. Ähnlich ist das Ergebnis der Frage nach der Übertragung von Verantwortung in Veränderungen: Die Führungen sind zum größten Teil der Meinung, regelmäßig Verantwortung an ihre Mitarbeiter zu übertragen, während die Mitarbeiter der unteren Führungsebene und ohne Führungsposition angeben, eher selten Verantwortung zu erhalten. Die Führungskräfte erkennen aktive Veränderungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter, während kaum aktive Unterstützung der Veränderung durch Vorgeetzte wahrgenommen wird. Nicht einmal die Hälfte der Befragten besitzt Vertrauen in die oberste Klinikleitung, die Klinik sicher durch unruhige Zeiten zu führen. Selbst in der oberen Führungsebene ist dieses Vertrauen nicht erkennbar. Misstrauen wird v.a. von Seiten der Ärzte und der Pflegenden geäußert. Hinzu kommt, dass nur die Hälfte aller Befragten die eigene Rolle stets authentisch und mit den persönlichen Werten ausüben kann. Um nachhaltigen Veränderungen den Weg zu bereiten, sind jedoch der direkte Dialog, Unterstützung und Vertrauen ebenso wichtig, wie die Möglichkeit, authentisch und im Einklang mit den eigenen Werten zu handeln.

Die Kliniklandschaft steht in den nächsten fünf Jahren vor weiterhin großen Herausforderungen. Zu den Themen, die es zu lösen gilt, zählen Personalgewinnung und -bindung aufgrund des Fachkräftemangel, Qualitäts- und Prozessmanagement aufgrund der Arbeitsverdichtung und des medizinischen Fortschritts sowie Leistungsportfolio und der Wirtschaftlichkeit. Das Thema Personal ist dabei zentral. So hängt der Erfolg von Veränderungen nicht zuletzt von den personellen Ressourcen, der Führung und der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft des Teams ab.

 


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