Teamtag: an Beziehung und Inhalt arbeiten, Vivantes Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Referenzansprechpartner: Jakob Florack, Oberarzt Vivantes Klinikum im Friedrichshain, 2018

 

Ziel

Wir wurden von einer Station im Vivantes Verbund beauftragt, ihren Teamtag zu gestalten. In den letzten Jahren stand hier der Charakter als Event im Vordergrund. Diese Mal wollten Oberarzt und Stationsleitung gemeinsam eine Teamentwicklung zur inhaltlichen Weiterentwicklung ausrichten. Es hatte im Personal einige Fluktuation in dem Bereich gegeben und latente Konflikte sollten Raum zur Aufarbeitung bekommen. Zugleich sollte an gemeinsamen Zielen und Projekten gearbeitet werden.

Umsetzung

Im Vorfeld gestalteten wir das Programm für den Teamtag und stimmten dieses mit dem Oberarzt und der Stationsleitung ab. Wir erarbeiteten eine Agenda und eine Art Drehbuch. Diese enthielt Anweisungen an die Regie von Zielen, Ablauf und Inhalten der einzelnen TOPs. Da die Gruppe aus ca. 20 Mitgliedern bestand, wurden Formate gewählt, die er ermöglichen, alle Teilnehmer zu integrieren.

Wir starteten mit einer soziometrischen Aufstellung. Dabei zeigte sich, dass es einzelne Personen gab, die alleine standen und sich nicht im Team integriert fühlten. Zudem hatte sich das Team in Gruppen aufgespalten, die sich eher abgrenzend gegenüber standen. Über die Aufstellung im Raum, erhielt das Team einen konkreten Blick auf die Situation und wurde sich diverser Gruppierungen bewusst. Es wurden Wünsche sowie Lösungen geäußert, um die Lücken zu schließen.

Im Anschluss ging es in der Arbeit mit Methapern um den Teamgeist. In einer speziellen Variante des Brainstormings sammelte das Team Figuren, die den Teamgeist verkörpern. Die Figuren hatten zwei Gesichter. Zum einen funktioniert das Team ohne Reibung gerade auch wenn es kritisch wird. Zum anderen gibt es eine Seite des Klatsch und Tratsch, des Abgrenzens und fehlenden Engagements für die Sache. Über die Brücke der Methapern konnten die Themen angesprochen und bearbeitet werden. Das geschützte Ansprechen der Dinge, die aus Sicht des Teams nicht funktionieren, schaffte aber Entlastung und stärkte die Beziehungen im Team. Auf diese Weise war sofort eine gute Basis für den weiteren Verlauf des Tages geschaffen. In kleinen Gruppen ging es dann ans Erarbeiten von Zielen für das kommende Jahr. Zwei Themen wurden ausgewählt und im Format des Fishbowls dann im ganzen Team diskutiert und sukzessive mit konkreten Maßnahmen unterlegt.

Mit soviel Schwung und Ergebnissen ging es am Ende des Tages noch geschlossen als Team zum gemeinsamen Essen. Nach getaner Arbeit gab es am Ende so also doch noch das Event mit ausreichend Zeit und Raum, um gesellig zusammen zu sitzen und sich frei und ungezwungen auszutauschen. 

Ergebnis

In der Abschlussrunde brachte das Team noch einmal deutlich zum Ausdruck, wie kritisch sie dem Tag im Vorfeld gegenüber standen und wie wertvoll er nun für alle gewesen sei. Bisher war ein Teamtag immer eine nette Unternehmung. Doch über den Tag hinaus diese wenig Wirkung. Dieses Mal jedoch fühlten sie sich in ihrem Teamgeist gestärkt, hatten unangenehme Themen angesprochen und Themen nach vorne gebracht, die ihnen am Herzen liegen. Etwas, was ihrer Sicht nach die Arbeit nachhaltig positiv beeinflussen wird. Das Format und die Moderation dieses Teamtages trugen bei, dass in schwierigen Zeiten doch sehr schnell ein Klima der Wertschätzung und des Vertrauens zueinander entstanden ist.

Die Neugestaltung des Teamtages stellte sich als nützliche Intervention des Leitungsduos von Oberarzt und Stationsleitung dar. Das Team hat am Teamtag selbst bereits angefangen, in einem guten Arbeitsklima miteinander zu arbeiten. Die Chance der Nachhaltigkeit der Ergebnisse st durch die konkreten vereinbarten Maßnahmen weiter gestärkt. Durch eine produktive Mischung aus Inhalten, die auf die Emotionen und Beziehungen im Team einwirken, und solchen, die konkrete Sachfragen nach vorne bringen, konnte in kürzester Zeit Ergebnisse erreicht werden. Einfach weil die Beteiligten sich darauf einlassen und aufeinander zugehen konnten.

 

Referenzprojekt: Teamtag: an Beziehung und Inhalt arbeiten, Vivantes Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Referenzansprechpartner: Jakob Florack, Oberarzt Vivantes Klinikum im Friedrichshain
Projektzeitraum: 2018


Wir berichten laufend Referenzprojekte aus der Praxis

Alle zwei Monate berichten wir von einem aktuell laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekt. Unter unseren Referenzen seit dem Jahr 1999 finden sich mehrere 100 Kliniken. Darauf sind wir sehr stolz. Stolz, weil uns so viele Kliniken Jahr für Jahr ihr Vertrauen bei ihren offenen Fragen rund um die weitere Entwicklung schenken. Bloße Quantität spricht erst einmal für Erfahrung. Sie sagt aber alleine nichts über die Qualität in der Begleitung in Zeiten wie diesen aus. Die Branche ist im Umbruch. Das ist unser Element. Dabei bemühen wir uns stetig, aktuelle Beispiele aus unserer Praxis offen zu teilen. Die positiven Beispiele sind es, die jeder Veränderung in Zeiten des schnellen Wandels den Boden bereiten. Das offene Mindset ist es, was Menschen verbindet und sie über sich selbst hinaus wachsen lassen kann. Die Haltung des Gebens ist ein Teil der Veränderung selbst, die ankommt. Vielleicht spüren Sie dabei, wie sehr uns der Erfolg der Entwicklung unserer Kunden und ihre Begeisterung am Herzen liegen. Die Begeisterung unserer Kunden ist unsere Motivation. In Momenten der tiefen Begegnung wissen wir immer wieder, warum wir genau unseren Job machen.

Hierarchien, die sich der kritischen Reflexion, dem Feedback und der Entwicklung versperren, geht auf dem Weg der Nachwuchs aus. Andere, die sich zu wenig mit Kommunikation und Führung auseinander setzen, gehen in Konflikten untern. Die neue Generation hat eigene Ideen und bringt diese ein. Sie will Verantwortung übernehmen, sucht nach Sinn, will gestalten und einen Beitrag leisten.Führungen, die an sich selbst, mit anderen und mit ihren Teams arbeiten, sind die Schlüssel zum Übergang in die neue Zeit. Hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, Menschen zu neuem Denken und Handeln zu ermutigen, das ist unser Job. Mit "klassischer" Beratung hat das wenig gemein. So entstehen ein neues Selbstbewusstsein und frisches Leben in der Organisation. Entwicklung ist nie zu Ende. Mit Kliniken an den Themen zu arbeiten, die Sie im Innersten berühren, und mit Ihnen durch diese Phase zu gehen, erfüllt uns mit Freude. Immer wieder geht es dabei um kollektive Zusammenarbeit, die Wertschätzung, Schwung und Effektivität verleiht, den Arbeitsmodus verändert. So werden Potenziale entfaltet statt Ressourcen ausbeutet.

Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.