Teamentwicklung – Beziehung und Inhalte gestalten

Eine gute Mischung macht es aus Inhalten, die auf Emotionen und Beziehungen im Team einwirken, und solchen, die konkrete Sachfragen nach vorne bringen. Um so auch in kurzen Formaten eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen.

Ziel

Wir wurden von einer Station beauftragt, ihren Teamtag zu gestalten. In den letzten Jahren stand der Charakter als Event im Vordergrund. Diese Mal wollten Oberarzt und Stationsleitung daraus eine inhaltlich basierte Teamentwicklung machen. Es hatte im Personal einiges an Fluktuation in dem Bereich gegeben und es sollten diverse Konflikte bearbeitet werden. Zugleich sollte an den Zielen und inhaltlichen Projekten gearbeitet werden.

Umsetzung

Im Vorfeld gestalteten wir das Programm für den Teamtag und stimmten dieses mit dem Oberarzt und der Stationsleitung ab. Wir erarbeiteten eine Agenda und eine Art Drehbuch. Diese enthielt Anweisungen an die Regie von Zielen, Ablauf und Inhalten der einzelnen TOPs. Da die Gruppe aus ca. 20 Mitgliedern bestand, wurden Formate gewählt, die auch alle Teilnehmer integrieren.

Wir starteten mit einer soziometrischen Aufstellung. Dabei zeigte sich, dass es einzelne Personen gab, die alleine standen und sich nicht im Team integriert fühlten. Zudem hatte sich das Team in Gruppen aufgespalten, die sich eher abgrenzend gegenüber standen. Über die Aufstellung im Raum, erhielt das Team einen konkreten Blick auf die Situation, wurde sich diverser Gruppierungen bewusst. Es wurden Wünsche sowie Lösungen geäußert, um die Lücken zu schließen.

Im Anschluss ging es in der Arbeit mit Methapern um den Teamgeist. In einer speziellen Variante des Brainstormens sammelte das Team Figuren, die den Teamgeist verkörpern. Die Figuren hatten zwei Gesichter. Zum einen funktioniert das Team ohne Reibung gerade auch wenn es kritisch wird. Zum anderen gibt es eine Seite des Klatsch und Tratsch, des Abgrenzens und fehlenden Engagements für die Sache. Über die Brücke der Methapern konnten die Themen angesprochen und bearbeitet werden.

Das Ansprechen der Dinge, die aus Sicht des Teams nicht funktionieren, schaffte Entlastung und stärkte die Beziehungen im Team. Auf diese Weise war sofort eine gute Basis für den weiteren Verlauf des Tages geschaffen. In kleinen Gruppen ging es dann ans Erarbeiten von Zielen für das kommende Jahr. Zwei Themen wurden ausgewählt und im Format der Fishbowl dann im ganzen Team diskutiert und mit konkreten Maßnahmen unterlegt.

Mit soviel Schwung und Ergebnissen ging es am Ende des Tages noch geschlossen als Team gemeinsam Essen. Nach getaner Arbeit gab es am Ende so doch noch das Event. Und dabei war ausreichend Zeit und Raum, um gesellig zusammen zu sitzen und sich frei auszutauschen. 

Ergebnis

In der Abschlussrunde brachte das Team noch einmal deutlich zum Ausdruck, wie kritisch sie zuerst dem Tag gegenüber standen und wie wertvoll er nun für alle gewesen sei. Bisher war ein Teamtag immer eine nette Unternehmung. Doch über den Tag hinaus diese wenig Wirkung. Dieses Mal jedoch fühlten sie sich in ihrem Teamgeist gestärkt, hatten unangenehme Themen angesprochen und Themen nach vorne gebracht, die ihnen am Herzen liegen. Etwas, was ihrer Sicht nach die Arbeit nachhaltig positiv beeinflussen würde. Das Format und die Moderation dieses Teamtages trugen bei, dass in schwierigen Zeiten doch sehr schnell ein Klima der Wertschätzung und des Vertrauens entstanden ist.

Damit hat das Team bereits angefangen, mit einem neuen, besseren Arbeitsklima zu starten. Die Chance der Nachhaltigkeit der Ergebnisse zu Strategie, Struktur und Kultur ist durch die konkreten vereinbarten Maßnahmen weiter gestärkt. Durch eine produktive Mischung aus Inhalten, die auf die Emotionen und Beziehungen im Team einwirken, und solchen, die konkrete Sachfragen nach vorne bringen, konnte in kürzester Zeit ein gutes Arbeitsergebnis erreicht werden. Weil die Beteiligten sich darauf einlassen und aufeinander zugehen konnten.

Veränderung mit Chefärzten und ihren Fachabteilungen funktioniert in der Praxis über Lernen aus Erfolgsgeschichten und Erfolgsnetzwerken
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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.