Teamcoaching: Typologien im Team mit archaischen Berufsrollen, Zertifizierter Coach bei der Systemischen Gesellschaft

Referenzansprechpartner: Im Coaching nennen wir aus Vertraulichkeit keine Referenzen, Coachees empfehlen uns eigeninitiativ weiter.

 

Ziel

Für eine Teamentwicklung erhielten wir den Auftrag, den Zusammenhalt im Team in einer Tagesveranstaltung zu stärken und dabei v.a. wechselseitigen Anliegen in der Zusammenarbeit und das dadurch entstehende Miteinander zu reflektieren. Das Team war neu zusammengesetzt und der Führungskraft war daran gelegen, die unterschiedlichen Bedürfnisse transparenter zu machen und damit mehr Verständnis füreinander zu schaffen.

Umsetzung

Als Ansatz für die Teamentwicklung wählten wir die Arbeit mit unterschiedlichen Typologien im Team. Typologien der Persönlichkeit gibt es unzählige, die in unterschiedlichem Kontext hilfreiche Hypothesen liefern. Wir wollten die persönlichen Begabungen in den Blick nehmen und auf eine überschaubare Zahl an Mustern zurückführen. Dabei griffen wir auf archaische Berufsbilder zurück. Das Team entwickelte ein gemeinsames Bild für die jeweilige Qualität der Berufsrollen in einer Gesellschaft:

  • Der Jäger, der das Ziel in den Blick nimmt, geht fokussiert an die Aufgabe.  
  • Der Wirt, der als Gastgeber die Menschen und Beziehungen im Blick hat, bezieht alle gut mit ein.
  • Der Bauer, der auf Bewährtes und Konstanz setzt, pflegt seine Abläufe, Strukturen und Routinen.
  • Der Schamane, der seinen Visionen folgt, hinterfragt den Status Quo und regt Veränderungen an.

Sobald die Qualitäten der Berufsbilder beschrieben waren, sollte jedes Teammitglied für sich entscheiden, in welchen der Qualitäten es bei sich die stärksten Begabungen zuordnet. Schön an den archaischen Berufsbildern ist, dass sie im Empfinden aller in einer funktionierenden Gesellschaft nötig und in ihren Beiträgen gleichwertig sind. Auf dem Boden legten wir mit den vier Berufsbildern ein Quadrat aus. Bevor die Mitglieder aufdecken sollten, wo sie sich selbst richtig eingesetzt sehen, sollten sie sich zuerst Feedback von einem Kollegen geben lassen. Der Feedback gebende Kollege positionierte seinen Kollegen auf einer Linie zwischen den beiden Qualitäten, denen er ihn zuordnen würde. Dann bewegte sich das Teammitglied auf den Platz, auf dem es sich selbst sieht. Zuletzt blieb Raum zu äußern, was besondere Freude im Miteinander im Team macht und wo ein Reiz zur Weiterentwicklung liegt.

Mit der Aufstellung aller Teammitglieder entstand ein Bild im Raum, in das sich jeder selbst einbringt. Wenn auch mit der Maske und dem Schutz der archaischen Berufsrolle. Das deckt z.B. auf, mit welche Qualitäten im Team sich Menschen nahe stehen. Bei der Blickwendung fallen auch die Teammitglieder auf, die andere Positionen einnehmen und etwaige blinde Flecken werden offenbar. In der Reflexion wurde die Aufstellung positiv mit den damit verbundenen Chancen – mit Bewusstmachen der Erfolge des Teams und seiner Herausforderungen – reflektiert und darauf aufbauend Maßnahmen abgeleitet. Das Verfahren schafft ein starkes, einprägsames Bild, in dem jeder seinen Platz im Team findet. Es ist auch geeignet, den Dialog über bestehende Konflikte zu führen und dabei gezielt den bislang ungeklärten Rollenanteil in den Blick zu nehmen.

Ergebnis

Das Team zeichnete sich durch einen hohen Anteil an Wirten aus. Beziehungsbildung fiel dem Team als solches daher leicht. Da das Team viel mit Netzwerken und Schnittstellen zu tun hat, passt diese Qualität auch gut zum Aufgabenfeld. Ein Teammitglied mit Jäger-Qualität konnte im Team-Coaching äußern, dass es sich oft wie ein Fremdkörper im Team vorkommt. Zugleich wurden den Wirten bewusst, wie sehr sie das Teammuster prägen und wie schwierig einige Muster einem Menschen mit starker Sachorientierung erscheinen. Mit den Erkenntnissen wurden neue Regeln für Besprechungen abgeleitet, die eine respektvolle Einbindung aller Qualitäten möglich macht. Auch die gegenseitigen Erwartungen von Führung und Team wurden im Kontext von Entscheidungsfindungen besprochen und ein künftiger Prozess vereinbart. Die Selbsterkenntnis, das persönliche Feedback und das neue Verständnis füreinander und die Stärken im Team schafften ein euphorisches Feedback am Ende des Tages. So schafft ein Verständnis füreinander im Team eine Basis für Kooperation und Zusammenarbeit. 

 

Referenzprojekt: Teamcoaching: Typologien im Team mit archaischen Berufsrollen, Zertifizierter Coach bei der Systemischen Gesellschaft
Referenzansprechpartner: Im Coaching nennen wir aus Vertraulichkeit keine Referenzen, Coachees empfehlen uns eigeninitiativ weiter.

 

Lesen Sie mehr zur Aufstellung der Typologien in

  • Krüttgen, N. (2011): Von Bauern, Jägern, Wirten und Schamanen - Der archaische Weg ins Projektmanagement. In: klinikarzt 9/ 2011, S. 384-394.

 

Wir berichten laufend Referenzprojekte aus der Praxis

Alle zwei Monate berichten wir von einem aktuell laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekt. Unter unseren Referenzen seit dem Jahr 1999 finden sich mehrere 100 Kliniken. Darauf sind wir sehr stolz. Stolz, weil uns so viele Kliniken Jahr für Jahr ihr Vertrauen bei ihren offenen Fragen rund um die weitere Entwicklung schenken. Bloße Quantität spricht erst einmal für Erfahrung. Sie sagt aber alleine nichts über die Qualität in der Begleitung in Zeiten wie diesen aus. Die Branche ist im Umbruch. Das ist unser Element. Dabei bemühen wir uns stetig, aktuelle Beispiele aus unserer Praxis offen zu teilen. Die positiven Beispiele sind es, die jeder Veränderung in Zeiten des schnellen Wandels den Boden bereiten. Das offene Mindset ist es, was Menschen verbindet und sie über sich selbst hinaus wachsen lassen kann. Die Haltung des Gebens ist ein Teil der Veränderung selbst, die ankommt. Vielleicht spüren Sie dabei, wie sehr uns der Erfolg der Entwicklung unserer Kunden und ihre Begeisterung am Herzen liegen. Die Begeisterung unserer Kunden ist unsere Motivation. In Momenten der tiefen Begegnung wissen wir immer wieder, warum wir genau unseren Job machen.

Hierarchien, die sich der kritischen Reflexion, dem Feedback und der Entwicklung versperren, geht auf dem Weg der Nachwuchs aus. Andere, die sich zu wenig mit Kommunikation und Führung auseinander setzen, gehen in Konflikten untern. Die neue Generation hat eigene Ideen und bringt diese ein. Sie will Verantwortung übernehmen, sucht nach Sinn, will gestalten und einen Beitrag leisten.Führungen, die an sich selbst, mit anderen und mit ihren Teams arbeiten, sind die Schlüssel zum Übergang in die neue Zeit. Hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, Menschen zu neuem Denken und Handeln zu ermutigen, das ist unser Job. Mit "klassischer" Beratung hat das wenig gemein. So entstehen ein neues Selbstbewusstsein und frisches Leben in der Organisation. Entwicklung ist nie zu Ende. Mit Kliniken an den Themen zu arbeiten, die Sie im Innersten berühren, und mit Ihnen durch diese Phase zu gehen, erfüllt uns mit Freude. Immer wieder geht es dabei um kollektive Zusammenarbeit, die Wertschätzung, Schwung und Effektivität verleiht, den Arbeitsmodus verändert. So werden Potenziale entfaltet statt Ressourcen ausbeutet.

Systemische Gesellschaft
Systemische Gesellschaft
Zu weiteren Beiträgen

 

 

Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.