Selbst- und Zeitmanagement: Der Krug und die großen Steine.

Selbstmanagement | Ziele - Oft mangelt es uns nicht an Zielen und Ideen. Allein die Zeit scheint nicht zu reichen, sie alle umzusetzen.

 

Der Ideenkorb für das neue Jahr ist gut gefüllt, die Ziele sind gesetzt, neue Projekte laufen an. Fast fühlt es sich so an, als könne ein Jahr nicht genug Raum bieten, um all die neuen Ideen umzusetzen. Geht es Ihnen genau so? Zu viele Vorhaben, zu wenig Zeit? Dann nehmen Sie immer mal wieder folgende Geschichte für Ihren Fokus zur Hand. Eine Metapher für das, worauf es im Zeit- und Selbstmanagement im Wesentlichen geht:

Ein weiser Professor und Zeitforscher wurde eines Tages gebeten, einen guten Vortag über den sinnvollen Umgang mit der Zeit zu halten. Doch anstatt zügig mit der Vorlesung zu beginnen, betrachtete er seine Zuhörer eine Weile und verkündete dann: „Wir werden ein Experiment durchführen“. Er ging zu einem Tisch, auf dem ein sehr großer Glaskrug stand. Niemand wusste, was das zu bedeuten hatte. Der Professor legte nun nach und nach ein Dutzend sehr großer Steine in den Krug. Als der Krug bis zum Rand hin gefüllt war, und kein weiterer Stein mehr im Gefäß Platz hatte, fragte er in die Runde: „Ist der Krug jetzt voll?“ „Ja“ kam die einstimmige Antwort. „Wirklich?“, fragte der Professor. Unsicherheit machte sich unter den Anwesenden breit. Der Professor eilte hinaus in den Vorbereitungsraum und kam mit einem Becher mit kleinen Kieselsteinen zurück. Diese schüttete er sorgfältig über die Steine im Krug, so dass die Steinchen sich verteilen konnten und durch die Lücken zwischen den großen Steine rieselten. Es passten eine ganze Menge kleiner Steinchen noch in den Krug, bis er so gefüllt war, dass er keine weiteren Kieselsteine mehr aufnehmen konnte. Das Publikum staunte und als der Professor wieder fragte: „Ist der Krug jetzt voll?“, waren alle verunsichert, obwohl der Krug augenscheinlich bis zum Rand gefüllt war. Einer der Zuschauer meinte, „Es sieht so aus als ob, aber wahrscheinlich ist er es nicht.“ Der Professor lächelte, verschwand erneut und kehrte mit einem Eimer Sand wieder, den er vorsichtig in den Krug rieseln lies. Der Sand füllt die Räume zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen auf. Und siehe da - es passte doch noch allerhand Sand in den Krug hinein bis auch der Sand bis zum oberen Rand des Gefäßes reichte. Als der Professor fragte, “Ist der Krug nun voll?“, antwortete sein Publikum ohne Zögern: „Nein“. Der Professor verließ noch einmal den Raum und kam mit einer Flasche Bier zurück. Er öffnete sie vor den Augen seiner Zuschauer und schüttete den ganzen Inhalt in den bereits bis oben gefüllten Krug.

„Was sagt Ihnen dieses Experiment?“. Nach einer kurzen Pause sprach er weiter: „Das Experiment macht deutlich, wie entscheidend es beim Auffüllen auf die Reihenfolge ankommt. Nur wenn wir die großen Steine als erstes in den Krug legen, passt alles andere später hinzu. Wenn wir die großen Steine zum Schluss hineinlegen wollten, nach dem Sand und den Steinchen, dann würden wir sie kaum noch unterbringen.“

Der Professor schwieg eine Weile und fragte dann: „Was sind die großen Steine in Ihrem Leben“. Er machte eine Pause und fragte weiter „Ihre Gesundheit? Ihre Familie, Kinder, Freunde? Ein Hobby? Das Umsetzen Ihrer Träume? Was auch immer es ist, setzen Sie es an die erste Stelle. Sonst finden Sie am Ende vielleicht keinen Platz mehr dafür. Denn wenn Sie Ihr Leben mit Kleinigkeiten, wie zu vielen Kieselsteinen und Sand, füllen, fehlt Ihnen am Ende die Zeit für das, was wirklich wichtig ist. Deshalb fragen Sie sich immer wieder: „Was sind die großen Steine in meinem Leben“, und legen Sie diese als erstes in den Krug Ihres Daseins“. Vorm Sand des Alltags wird immer noch eine Menge reingehen, aber wir vergessen uns nicht und erlauben ihm nicht mehr, uns von unseren Ziele abzubringen.

"Und was hat es mit dem Bier auf sich?" fragt ein Student. "Naja, die Erfahrung lehrt: Wir können so voll sein wie wir wollen. Eine Flasche Bier geht doch immer noch!"

Erst wenn wir in der Freiheit sind, uns über die großen Steine, unsere großen Ziele im Leben klar zu sein, können wir wirklich selbstverantwortlich entscheiden und priorisieren. Wie sonst sollten wir auch sonst mit der Eisenhower Regel vernünftig nach wichtig und dringlich priorisieren können?

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.