Rifkin, Jeremy (1. Auflage 2010)

Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein. Campus Verlag, Frankfurt.

Der Amerikaner Jeremy Rifkin gilt als einer der wichtigsten Gesellschaftstheoretiker und einflussreichsten Kulturkritiker der Welt und wird als Visionär geschätzt. Gerade deshalb hat uns sein Werk „Die empathische Zivilisation: Wege zu einem globalen Bewusstsein“ interessiert.

Rifkin entwirft in seinem Buch die Vision einer zukünftigen Ära, in der der Schlüssel für unser Zusammenleben „Empathie“ lautet. Dazu beschäftigt er sich mit der Definition von Empathie und erforscht die geschichtlichen Wurzeln. Er beleuchtet in drei Hauptkapiteln die psychologische, neurobiologische und auch gesellschaftspolitische Perspektive des Empathiebegriffs im Verlauf der Menschheitsgeschichte. In Teil I wird das neue Menschenbild, das sich in den Natur- und Geisteswissenschaften mit der Entdeckung des Homo empathicus befasst, betrachtet. In Teil II "Empathie und Zivilisation" untersucht Rifkin die Wellen der empathischen Entwicklungen sowie die großen Bewusstseinsänderungen, die mit jeder neuen und komplexeren Zivilisation einhergingen. In Teil III widmet er sich dem Zeitalter der Empathie. Dabei geht es um den vom Autor empfundenen gegenwärtigen Wettlauf zwischen einem globalen Empathiemaximum und der immer schneller werdenden Zerstörung der Biosphäre der Erde. Im Rückblick auf die Menschheitsgeschichte zeigt sich, dass ökonomisches Handeln das menschliche Zusammenleben seit je entscheidend beeinflusst hat.

Rifkin bezieht sich sowohl auf Forschungsergebnisse von Hirnforschern und Entwicklungspsychologen als auch auf die These, dass das empathische Bewusstsein bis heute nicht in allen anthropologischen und historischen Gesichtspunkten untersucht worden sei und sich nur langsam entwickelt habe. Eine emphatische Zivilisation erfordert veränderte Denk-, Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle. Er zeichnet den Weg von der Wissens- in die Bewusstseinsgesellschaft und führt darauf eine neue Gesellschaftsform ein: den dezentralisierten Kapitalismus. Herausforderungen wie die globale Wirtschaftskrise und der Klimawandel zeigen für ihn deutlich, dass es entscheidend ist, auf Interessen und Positionen anderer einzugehen. So kommt er in seinem Buch zu dem Schluss, dass nur die Fähigkeit zur Empathie es erlaubt, der verstärkten Komplexität unseres Lebens Rechnung zu tragen.

 

 

Jeremy Rifkin (2010): Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein. Campus Verlag, Frankfurt.

 

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Lesen kann zum Gewinn für die persönliche Entwicklung werden. Manchmal genügt schon ein schnelles Drüberlesen, um sich neue Anregungen zu holen. Für Verstehen braucht es meist aber eine tiefere Auseinandersetzung mit den Texten. Das entspricht ganz praktisch dem Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Von wem sind die Texte in welchem Kontext erstellt? Welche Lehren will der Autor/ die Autorin vermitteln? Welche Orientierung in der komplexen Welt will er/sie geben? Also welches Denkmodell steckt dahinter? Dabei gibt es auch viele Irrlehren. Irrlehren verstricken sich in Widerspruch zu sich selbst. Und so bieten auch solche Bücher im Zweifel zumindest ein gutes Trainingsfeld für einen wachen Geist.

Was ist als das Ziel des Autors zu erkennen? Welche Bewertung von "gut" und von "schlecht" ist damit verknüpft? Gutes denken, Gutes tun, Gutes bewirken? Was ist der Maßstab?  Das ergründet sich nicht einfach so. Je freier der Kopf beim Lesen ist, umso leichter fällt es, sich auf neues Denken einzulassen. Und umso leichter können daraus weitere Gedanken gedeihen. Davon hängt Verstehen ab. Vorgefasste Meinungen, ererbte und erworbene Ideen sind nicht einfach abzulegen. Dazu bedarf es Bereitschaft. Die ich ggf. nicht jedem Autor mehr entgegenbringen mag. Doch wenn sich der Leser bewusst auf Neues einlässt, wird sich sein Blickfeld weiten. Dazu braucht es Ruhe und ungestörte Zeit beim Lesen.

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