Mandelas Weg des Versöhnen und Verzeihens: Freiheit für alle

Nelson Mandela zeigt, wie aus einer Haltung des Verzeihens und Versöhnens ein friedvolles Miteinander genährt werden kann.

 

Ein friedvollen Miteinander und die Wertschätzung jedes Einzelnen mit all den Verschiedenheiten, die wir Menschen mitbringen, liegen uns am Herzen und beschäftige uns in der Praxis immer wieder:. Dazu lassen wir zuerst einen Mann sprechen, der mit seiner Haltung des Verzeihens und Versöhnens ein friedvolles Miteinander genährt hat: Nelson Mandela. Am Ende seines Buchs „Der lange Weg zur Freiheit“ schreibt er die folgenden Worte:

„Ich bin nicht mit dem Hunger nach Freiheit geboren worden. Ich bin frei geboren worden auf jede Weise.... Frei auf die Felder nahe der Hütte meiner Mutter zu laufen, frei in dem klaren Fluss zu schwimmen, der durch mein Dorf floss, frei Mealies zu rösten unter den Sternen und auf dem breiten Rücken langsam dahin trottender Bullen zu reiten. Solange ich meinem Vater gehorchte und den Gebräuchen meines Stammes folgte, hatte ich weder Menschen- noch Gottesgesetz zu fürchten. Erst als ich zu begreifen begann, dass meine jugendliche Freiheit eine Illusion war, erst als ich als junger Mann entdeckte, dass meine Freiheit mir längst genommen war, begann ich nach ihr zu hungern...

Während der langen, einsamen Jahre [im Gefängnis] wurde aus meinem Hunger nach Freiheit für mein eigenes Volk der Hunger nach Freiheit für alle Völker, ob weiß oder schwarz. Ich wusste so gut, wie ich nur irgend etwas wusste, dass der Unterdrücker genauso befreit werden muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einem anderen die Freiheit raubt, ist ein Gefangener des Hasses. Er ist eingesperrt hinter Gittern von Vorurteil und Engstirnigkeit. Ich bin nicht wahrhaft frei, wenn ich einem anderen die Freiheit nehme, genauso wenig wie ich frei bin, wenn mir meine Freiheit genommen ist. Der Unterdrückte und der Unterdrücker sind in gleichen Maßen ihrer Menschlichkeit beraubt. Als ich das Gefängnis verließ, sah ich es als meine Aufgabe, beide, den Unterdrücker und den Unterdrückten, zu befreien.

Manche sagen, das sei nun erreicht. Doch ich weiß, dies ist nicht so. Die Wahrheit ist, wir sind nicht frei; wir haben erst das Recht erreicht, nicht unterdrückt zu werden. Wir haben nicht den letzten Schritt unserer Wanderung getan, sondern nur den ersten Schritt auf einem längeren, noch schwierigeren Weg. Denn um frei zu sein, genügt es nicht, nur die Ketten abzuwerfen. Sondern man muss so leben, dass man die Freiheit anderer respektiert und fördert. Die wahre Prüfung für unsere Hingabe an die Freiheit hat also gerade erst begonnen.

Ich bin jenen langen Weg zur Freiheit gegangen. Ich habe mich bemüht, nicht zu straucheln; ich habe während des Weges Fehltritte getan. Doch ich habe das Geheimnis entdeckt, dass man nach dem Besteigen eines großen Berges feststellt, dass rings umher viele weitere Berge zu besteigen sind. Ich habe für einen Moment Rast eingelegt, um einen Blick um mich herum zu werfen, um auf die Wegstrecke zurück zu schauen, die ich gekommen bin. Doch ich kann nur für einen Augenblick rasten, denn mit der Freiheit stellen sich Verantwortungen ein, und ich wage nicht zu verweilen, denn mein langer Weg ist noch nicht zu Ende.“*

 

Nelson Mandelas Verständnis von Freiheit und der damit einher gehenden Macht und Verantwortung unterscheidet sich so diametral von Machtbegriff von Machiavelli. Er nutzt sie, um zum Gemeinwohl beizutragen und die Welt ein bißchen besser zu "machen". Das ist vielleicht der einzige Weg zu Konfliktlösung und dauerhaften Frieden.

 

 * Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit. Autobiographie, Fischer Taschenbuch, Frankfurt, 22. Auflage: Dezember 2017, S. 834-836. 


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