Hahnenkamp, Klaus | Hasebrook, Joachim (1. Auflage 2019)

Arbeitsperspektiven im Krankenhaus – ein Leben lang kompetent, medhochzwei Verlag GmbH.

Wie kann man die Kompetenzen älterer Beschäftigter länger im Betrieb halten? Wie können jüngere Mitarbeiter von den Erfahrungen älterer profitieren und vor Überforderung geschützt werden? Wie kann Familiengründung, finanzielle Absicherung und berufliche Karriere unter einen Hut gebracht werden? Kurz: Wie kann eine an Lebensphasen ausgerichtete Entwicklung der Kompetenzen in Kliniken aussehen? Welche Gehälter müssen dafür gezahlt werden? Diesen u.a. Fragen geht das Buch „Arbeitsperspektiven im Krankenhaus – ein Leben lang kompetent“ nach.

Die Ergebnisse beruhen auf der Arbeit im Projekt „FacharztPlus“ - Lebensarbeitsperspektiven für Fachärztinnen und Fachärzte an Universitätskliniken (mehr dazu unter http://www.facharztplus.info/). Ziel des Projektes ist es, geeignete Maßnahmen zu finden, um Fachärztinnen und Fachärzte nach Abschluss ihrer Weiterbildung an die Klinik zu binden. Hierzu soll die Eignung von Karriere begleitenden Zusatzqualifizierungen und einer an Lebensphasen und Kompetenzen orientierten Arbeitsorganisation ermittelt werden.

  • Der erste Teil enthält eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Fachkräftebindung und der Arbeit von Fachärzten in deutschen Kliniken. Besonders im Fokus sind dabei anästhesiologische Abteilungen und Kliniken von Universitätsklinika.
  • Im zweiten Teil ist beschrieben, wie konkrete Verbesserungen am Universitätsklinikum Münster, der Universitätsklinik der RWTH Aachen, der Universitätsmedizin Rostock und der Universitätsmedizin Greifswald entwickelt, erprobt und eingeführt wurden. Hierbei wird v.a. ein qualitativer Sprung in den Arbeits- und Fortbildungsbedingungen im Blick. Vieles dreht sich hier um Wertschätzung und gute Mitarbeitergespräche.
  • Im dritten Teil wird die Perspektive erweitert. Einige der Ergebnisse und Maßnahmen beziehen sich auf die Pflege. Zudem wird aufgezeigt, welche Ansätze zu Veränderungen die Digitalisierung bietet.

Hochrechnungen gehen aktuell davon aus, dass bis 2030 ein mengenmäßiger Mangel von 47.000 Vollkräften im ärztlichen Dienst bestehen wird und von 130.000 im Pflegedienst. Dabei steigen die Anforderungen in der Patientenversorgung mit der rasanten Entwicklung der Medizin stetig. Kompetentes Fachpersonal langfristig in der Klinik zu binden ist der Schlüssel zum Erfolg von morgen. Ein Kompetenzaufbau wie bisher wird nicht mit der Bedarfssteigerung Schritt halten können. Hier sind neue Modelle der Personalentwicklung nötig.

Angebot und Nachfrage von Fachpersonal haben Auswirkungen auf die gezahlten Gehälter. So zeigt der Bericht auf, dass bereits heute große Spannen in den Gehältern herrschen. Position, Krankenhausträger, Region und Fachdisziplin haben entscheidenden Einfluss auf das Gehalt. Vorne liegen gerade Fächer, in denen hohe Fallpauschalen gezahlt werden und die mit vielen Diensten und Möglichkeiten der Privatliquidation ausgestattet sind. Während z.B. kommunale Krankenhäuser ihren Chefärzten Fixgehälter bis 250 T€ in Aussicht stellen, ist das mittlere Fixgehalt eines Chefarztes deutschlandweit bei 290 T€ angesiedelt - in Einzelfällen werden noch über 500 T€ gezahlt. Der Bericht ermittelt folgende typischen Gehälter:

  • Assistenzarzt in Weiterbildung, ledig und kinderlos: 72 T€
  • Facharzt, verheiratet mit 2 kleinen Kindern: 86 T€
  • Oberarzt, seit 5 Jahren an der Klinik mit 2 schulpflichtigen Kindern: 124 T€
  • Chefarzt: 290 T€

Für alle, die sich tiefergehend mit dem Thema auseinander setzen, bietet der Berichtsband interessante Zahlen/ Daten/ Fakten, Perspektiven und Lösungsansätze.

 

 

Klaus Hahnenkamp, Joachim Hasebrook (Hrsg.): Arbeitsperspektiven im Krankenhaus – ein Leben lang kompetent, medhochzwei Verlag GmbH, Heidelberg, 2019.

 

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Unsere Buchtipps.

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Sich immer wieder fort- und weiterzubilden ist v. a. für Kopfarbeiter wichtig. Zum einen wird in der vernetzten Welt Wissen in z.T. höchster Qualität virtuell geteilt. Offen im Web. Es kann so in kürzester Zeit in neuen Kontexten neu verknüpft werden. Dazu leisten auch wir bewusst einen Beitrag. Zum anderen wird die Kommunikation von Mensch zu Mensch zentraler. Das gibt dem Menschen die Würde. Und nur so lässt sich Wissen in die Umsetzung bringen. Dies unterstützen wir aktiv in Coachings und Trainings.

Führungskräfte sind für die Weiterentwicklung von Teams verantwortlich. Gerade Führungskräfte leben daher von Distanznahme und Reflexion. Um immer neue Anregungen und Impulse zu gewinnen, ist ein ganz schöner Weg: Von Zeit zu Zeit ein Buch in die Hand nehmen. Wir schätzen Bücher hoch. Für einen oft sehr geringen Stückpreis erhalten Leser die über oft lange Jahre entfalteten Gedanken von Autoren zu einem Thema. Das kann ein wertvolles Geschenk sein. Das ist sehr wert zu schätzen. Und wir sind sicher, dass gerade auch unsere Seminarteilnehmer profitieren, wenn Sie ein Buch zur weiteren Vertiefung eines Gedankens zur Hand nehmen. So haben wir es uns zur Regel gemacht, regelmäßig auf unseren Seiten interessante Bücher vorzustellen und zu rezensieren. Lassen Sie sich auch von den Buchtipps inspirieren.

Lesen kann zum Gewinn für die persönliche Entwicklung werden. Manchmal genügt schon ein schnelles Drüberlesen, um sich neue Anregungen zu holen. Für Verstehen braucht es meist aber eine tiefere Auseinandersetzung mit den Texten. Das entspricht ganz praktisch dem Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Von wem sind die Texte in welchem Kontext erstellt? Welche Lehren will der Autor/ die Autorin vermitteln? Welche Orientierung in der komplexen Welt will er/sie geben? Also welches Denkmodell steckt dahinter? Dabei gibt es auch viele Irrlehren. Irrlehren verstricken sich in Widerspruch zu sich selbst. Und so bieten auch solche Bücher im Zweifel zumindest ein gutes Trainingsfeld für einen wachen Geist.

Was ist als das Ziel des Autors zu erkennen? Welche Bewertung von "gut" und von "schlecht" ist damit verknüpft? Gutes denken, Gutes tun, Gutes bewirken? Was ist der Maßstab?  Das ergründet sich nicht einfach so. Je freier der Kopf beim Lesen ist, umso leichter fällt es, sich auf neues Denken einzulassen. Und umso leichter können daraus weitere Gedanken gedeihen. Davon hängt Verstehen ab. Vorgefasste Meinungen, ererbte und erworbene Ideen sind nicht einfach abzulegen. Dazu bedarf es Bereitschaft. Die ich ggf. nicht jedem Autor mehr entgegenbringen mag. Doch wenn sich der Leser bewusst auf Neues einlässt, wird sich sein Blickfeld weiten. Dazu braucht es Ruhe und ungestörte Zeit beim Lesen.

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