Führen wir die großen Dirigenten.

Führungsstile | Dirigenten - Dirigenten führen nonverbal. Wie unterschiedlich Führung interpretiert werden kann, zeigt der Vergleich der großen Dirigenten.

 

Der Dirigent eines Orchesters steht bei seinem Auftritt...

Nicht nur physisch, sondern immer wieder auch - vor einer großen Herausforderung: Der Herausforderung, ein perfektes Zusammenspiel seiner Musiker zu schaffen. Die Musik ertönen zu lassen. Sie zu interpretieren und dadurch anderen aufzuschließen. Dabei dirigiert er nur mit Körpersprache. Ganz ohne ein Wort zu sagen... In einem eindrucksvollen TED-Beitrag „Führen wie die großen Dirigenten“ (hier geht es zum Beitrag)  betrachtet der israelische Dirigent und Business Coach Itay Talgram sechs große Dirigenten des 20. Jahrhunderts. In 20 Minuten führt er vor, wie unterschiedlich die Führungsaufgabe von den großen Meistern umgesetzt wird. Er gibt einen Einblick in die jeweils einzigartigen Stile der Dirigenten. In die Art und Weisen ihrer musikalischen Führung. Daraus zieht er Impulse für all diejenigen, die Führungsverantwortung tragen.

Auch wenn der TED-Beitrag bereits im Jahr 2009 erschienen ist, ist er aktuell wie nie. Denn er stellt die wesentlichen Fragen an Führung, die wir gerade auch in der Diskussion um agile Organisationen und um die Führung der Zukunft erleben:

  • Wie viel Autonomie und wie viel Kontrolle braucht es in der Führung?
  • Inwieweit geht es darum, klare Anweisungen zu geben und inwieweit geht es darum, den Prozess und die Rahmenbedingungen zu gestalten?
  • Erleichtert Sinnorientierung die Führung?
  • Bedeutet Selbstorganisation gleichzeitig Führen ohne Autorität?  
  • Wie viel Emotionen dürfen wir in Führung zeigen?
  • Wie kann Führung mehr durch Wirken, denn durch Tun funktionieren?

Der Beitrag schafft, was sonst nur schwer darstellbar ist: Er visualisiert verschiedenste Führungsstile anhand der Körpersprache und des Ausdrucks der unterschiedlichen Dirigenten. Also den rein nonverbalen Part des Führungsverhaltens. Führung als stabiler Orientierungspunkt. Das gibt dem Thema eine besondere Art von Eindringlichkeit. Gleichzeitig verdeutlicht Italy Talgram, welche Führungshaltung jeweils dahinter steckt und welches Führungsprinzip im Vordergrund steht.

  • Ist es eher die Interpretation und die Gestaltungsvielfalt der Musiker, die die Einzigartigkeit des Stücks ausmachen?
  • Trägt der Dirigent dafür die Verantwortung, dass das Stück genau so gespielt wird, wie der Komponist es vorgesehen hat?
  • Kontrolliert er das Ergebnis über klare Anweisungen?
  • Oder geht es darum, die Geschichte und die Emotionen des Stücks frei fließen zu lassen? Um das Publikum zu bezaubern? Hier schließt die Frage an, welchem Zweck Führung zu dienen glaubt. 

All das - und  noch weitere.1.000 mehr Fragen, dies sich stellen ließen - beeinflusst unser Führungsverhalten. Schauen Sie sich die unterschiedlichen Dirigenten an und prüfen Sie für sich selbst: Welcher Haltung stehen Sie am nächsten? Die vielleicht spannendste Tatsache ist: Unterschiedliche Wege führen zum Ziel. Grandiose Musik haben zweifelsfrei alle sechs großen Meister gestaltet.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.