Der andere Blick auf Leistung: Der Sprung in der Schüssel

Fehler | Leistung - Die Geschichte von dem Sprung in der Schüssel zeigt, das es auch eine Leistung jenseits der Leistung gibt.

 Der andere Blick auf Leistung und Fehler.

Woran messen wir Leistung? In der Regel an den sichtbaren Ergebnissen. Und mit sichtbar meinen wir meistens messbar. Nach den messbaren Ergebnissen werden auch meistens die Mitarbeiter beurteilt. So sind die Begriffe High-Performer oder Low-Performer in der Welt des Managements gang und gäbe. Oder die Bewertung in Leistungsträger und solche, die es eben nicht sind. Die Leistung sichert die Zukunft der Organisation. Von daher braucht es den Fokus auf die mess- und vergleichbare Leistung. Doch wenn wir ausschließlich auf Zahlen, Daten und Fakten blicken, versperren wir uns den Blick auf Qualitäten und Potenziale außerhalb der Messbarkeit. Wir versperren uns den Blick dafür, wozu Mitarbeiter in der Lage sein können, auf die positive Stimmung im Team, für das schöne Ambiente und vieles mehr. Auf die vielen kleinen Unterschiede, die einen Unterschied machen. Lassen Sie sich vom Gleichnis vom „Sprung in der Schüssel“* zu einem anderen Blick inspirieren.

Eine alte chinesische Frau trug eine Stange über ihren Schultern, an deren Enden zwei große Schüsseln hingen. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung. Die andere war makellos und fasste stets eine volle Portion Wasser. Am Ende der Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau, war die Schüssel mit dem Sprung nur noch halb gefüllt. Zwei Jahre lang ging die Frau täglich mit ihren beiden Schüsseln zum Fluss, um Wasser zu schöpfen. Und jeden Tag brachte sie eine und eine halbe Schüssel Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich stolz auf ihre Leistung. Die Schüssel mit dem Sprung aber schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so, wegen meines Sprungs, durch den den ganzen Weg bis zu deinem Haus Wasser rinnt.“

Die alte Frau lächelte und sprach weise: „Das Wasser im Haus genügt mir. Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, auf der anderen Seite aber nicht? - Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumen ausgesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun wässerst du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. In diesen zwei Jahren konnte ich wunderschöne Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und könnte nicht mein Haus beehren.“

 Machen wir etwas Gutes mit dem „Sprung in unserer Schüssel“. Das macht uns nicht perfekt, aber liebenswert.

 


* Verfasser unbekannt

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