Das Wohl des Patienten im Zentrum des Handelns

Veränderung | Patientenwohl - Eine spannende Studie zeigt, warum es wichtig ist, das Wohl des Patienten in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Patientenwohl im Fokus

Das Patientenwohl in das Zentrum des Handelns zu setzen, ist ein natürliches Anliegen für Kliniker. Wir stellen Ihnen dazu heute eine interessante Studie vor. Sie begründet, warum es so wichtig ist, immer wieder die Sicht des Patienten einzunehmen und sie für die Veränderung zu nutzen. Die Studie wurde von dem bekannten Organisations- Psychologen Adam Grant (zum Reinhören „Give or Take“ ) durchgeführt.

Bei der Geburt seiner Tochter fielen ihm im Krankenhaus die Hinweise zur Handhygiene auf. Auf Schildern wurden die Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich durch Händewaschen vor Krankheiten und Ansteckung schützen. Seiner Sicht nach eine nur wenig Erfolg versprechende Strategie: In der Psychologie ist das Phänomen der „Illusion der eigenen Unverwundbarkeit“ bekannt. Allen kann etwas zustoßen – nur für uns selbst ziehen wir den Fall nicht in Erwägung. Wir unterschätzen unser Risiko und halten uns für besser als der Durchschnitt. Ein fundamentaler Attributionsfehler. Dieser wirkt auch bei den Mitarbeitern in der Klinik. Denn wer glaubt, Bakterien und Keime können ihm nichts anhaben, der desinfiziert sich seine Hände weniger sorgfältig, als es nötig ist.

Daher stellte sich Grant die Frage, ob man das Phänomen umgehen kann, indem man auf das Patientenwohl fokussiert. Und so installierte er in einer Klinik in den Personal- bzw. Arbeitsräumen Seifen- und Desinfektionsspender, deren Gebrauch detailliert gemessen werden konnte. Versehen wurden diese mit zwei verschiedenen Schildern. Die Hälfte der Spender waren beschildert mit dem Satz: „Ihre Hände zu reinigen hilft Ihnen, gesund zu bleiben.“ Auf den anderen war ein Schild, auf dem stand: „Ihre Hände zu reinigen hilft Ihren Patienten, gesund zu werden.“ Der Effekt war eindrucksvoll. Das Personal, dass durch das zweite Schild aufmerksam gemacht wurde, reinigte seine Hände 10% häufiger. V. a. aber: Die Intensität der Reinigung erhöhte sich. Es wurden an den Spendern 45% mehr Waschgel und Desinfektionsmittel verwendet.

Gerade für Veränderungen in Kliniken lässt sich daraus lernen: Wenn Mitarbeiter verstehen, dass ihr Handeln das Wohl der Patienten positiv beeinflusst, sind sie eher bereit, das eigene Verhalten zu verändern. Daher ist es wichtig, bei der Kommunikation mit Klinikern soweit wie möglich immer auch die Perspektive des Patienten und den Sinn der Veränderung für dessen Wohl zu reflektieren. So wird die Selbstmotivation der Mitarbeiter angesprochen, die nötigen Veränderungen auf sich zu nehmen

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