Zusammenspiel und Teamentwicklung: Immer "mehr-stimmig" - Wie im Himmel

Zusammenspiel | Teamentwicklung - Die Schlussszene stellt den Höhepunkt des Films von Regisseur Kay Pollaks dar, der aus diesen seinen Titel schöpft „Wie im Himmel“.

Der herzkranke Dirigent bricht sterbend im Waschraum zusammen, wo er in diesen Minuten nur noch über den Lautsprecher das Geschehen in seinem Konzertsaal verfolgen kann. Im Saal stimmen die Stimmen seines Chors ein. Ein Sänger nach dem anderen, fühlt den Moment und seine Bedeutung. Jeder Sänger hat seine eigene Stimme gefunden und stimmt sie in das Geflecht der anderen Stimmen wunderbar harmonisch und voll innerer Freude ein, einer unsichtbaren Struktur folgend. 

Die Situation ist an Dramatik kaum zu überbieten und auch nicht an Aussagekraft. Was für ein Lebenswerk, was für ein Vermächtnis. Wenige Monate zuvor war das Team noch voller Konflikte. Keiner achtete auf den anderen, der Gesang jedes Einzelnen ist laienhaft, neutral ausgedrückt. Das Zusammenspiel war für niemanden  ein Genuss. Zuviel Ballast lastete auf jeder Schulter. Doch unter der sanften Führung des Dirigenten entwickelte sich über die Monate etwas in diesem Team: Stärkung durch ein stimmiges Zusammenspiel. Teamentwicklung der besonderen Art also. 

In dieser Situation war es nicht zu erwarten, dass ein Dirigent mit Weltruhm sich den einfachen Dorfmenschen annehmen und mit Ihnen an einem internationalen Chorwettbewerb teilnehmen wird. Bei den besten Chören geht es doch um den akkuraten, technisch perfekten Gesang - könnte „man“ meinen? Oder ist das in Wahrheit gar nicht alles: Verliert das Spiel das Spielerische und die Freude, auch für die Zuhörer, mit denen keinen Interaktion stattfindet, wenn der Mensch nicht sich selbst punktgenau in den Moment hineingibt?

Singen, um der Beste zu sein, statt im Hier und Jetzt zu sein um das Beste in den Menschen anzurühren? Das ist doch interessant: weil der Meisterdirigent am Ende seines Lebens das Beste aus seinen Menschen herausholte, öffnete sich wie nebenbei die Höchstleistung. Tatsächlich ging es nicht um den Vergleich, sondern immer um die Freude des Moments. Die Musiker werden zu leidenschaftlichen Akteuren mit Mitspracherecht, statt nur einen (guten) Job zu machen, ihre Stimmen stützen sich gegenseitig. Der Dirigent filtert die Schönheit der Stimmen heraus, statt dem Chor zu vermitteln, dass nicht alle Anlagen bereits da seien und eine Interpretation überzustülpen, die nichts mit den vorhandenen Ressourcen gemein hat.

Die Haltung des Dirigenten ändert alles. Er öffnet die Herzen der Sänger, so dass die Musik die Herzen der Zuhörer erreichen kann. Wenn wir in der Führungswelt auch nur ein Stück weit beitragen können, dass mehr mit dem Herzen dirigiert wird, dann sind wir auf dem für uns stimmigen Weg…

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.