Veränderungsresistent - Verzichtsleistungen und Mut zum Nein.

Die Konzentration auf das Wesentliche ist im Veränderungsprozess oder in Krisenzeiten entscheidend. Dabei braucht es mehr Mut zum Nein und die Identifikation von Verzichtsleistungen.

Gerade Zeiten des Wandels, bieten die Chance, Unzeitgemäßes, Überkommenes und Überflüssiges zu bereinigen. Die Idee dazu geht auf Peter Drucker zurück. Fredmund Malik bezeichnet den Prozess als systematische Müllabfuhr. Wir sprechen von Verzichtleistungen. Das Problem mit den Verzichtsleistungen ist, dass es sich doch im Kern um liebgewonnene Routinen handelt, über die wir nicht selten unseren Selbstwert in der professionellen Rolle finden. Veränderungsresistenzen sind da vorgezeichnet.

Eine Analogie aus der Bergwelt verdeutlicht den Ansatz: Die höchsten Berge der Erde zu besteigen, erfordert eine hohe Anstrengung und Fokussierung. Die Temperaturen liegen weit unter Null, der Wind ist eisig, die Luft wird mit jedem Schritt dünner und der Weg zum Gipfel ist senkrecht mit abfallenden Eishängen ohne Halt. Als Bergsteiger trägt man sein Haus auf dem Rücken, d.h. man kann nicht alles mitschleppen, was man gerne mitnehmen möchte. Deshalb achtet jeder Bergsteiger genau darauf, was er mitnimmt. Je höher man kommt, desto schwieriger und anstrengender wird der Aufstieg und umso mehr muss man unwesentliche Dinge, die nur belasten, ablegen. Man muss Ballast abwerfen und beweglicher werden, damit man sein Ziel erreichen kann. Auf dem letzten Stück bis zum Gipfel ist es vielleicht sogar notwendig, bei eisigen Temperaturen im schwierigen Gelände den Rucksack zurückzulassen.

Weniger ist oft mehr. Entscheidend ist eine klare Fokussierung auf die zur Zielerreichung notwendigen Dinge. Dafür müssen die gemeinamen Ziele und Nicht-Ziele klar benannt sein, Wir alle müssen dafür sorgen, dass unser Gepäck nicht zu schwer ist, d. h. dass wir uns durch die Identifikation von Verzichtleistungen immer wieder strategisch fokussieren. Es bedarf eines Konsenses in der Führungsebene eines Unternehmens, eines klaren Fokus und des Mutes, das Risiko einer Verzichtsentscheidung zu tragen.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.