Veränderungsbarometer 2019-2020

Wir suchen bereits interessierte Partner und Sponsoren für das nächste Veränderungsbarometer. Es soll Kulturveränderungen im 7-Jahres-Zyklus beleuchten.

 

Barometer der Veränderung 2019-2020 

Wenn es unsere verfügbaren Ressourcen erlauben, würden wir gerne das nächste Veränderungsbarometer wieder zu unserem 20-jährigen Firmenjubiläum 2019-2020 auf den Weg bringen. Das hat natürlich auch einen inhärenten Sinnbezug: Veränderungen in der Unternehmenskultur unterliegen langen Zyklen. Wir übertragen den aus der Biografiearbeit bekannten sieben-Jahresrhythmus, wonach natürliche Sprünge in der menschlichen Entwicklung tendenziell in Siebenjahreszyklen stattfinden.

 

Entwicklungsperspektivischer Hintergrund: Siebenjahresperioden der Persönlichkeitsentwicklung

Wir kennen nicht nur den Wochen-Rhythmus als Sieben-Tage-Rhythmus, sondern auch den Ausspruch aus dem Volksmund „das verflixte siebte Jahr“. Der lange Rhythmus von 7 Jahren veranschaulicht wunderbar, dass Leben fortdauernde Entwicklung, Veränderung und Reifung bedeutet und uns in so manch eine Krise führt. Quasi alle sieben Jahre kommen wir auf eine neue Stufe, oder, wie es im Volksmund heißt: Alle sieben Jahre wechseln wir unsere Haut. Es finden äußere und innere Umwandlungen statt. In der persönlichen Biografiearbeit wird die Reifedynamik im Lebenslauf des Menschen dabei gerne in drei spannende Abschnitte gegliedert:[1]

 

Die ersten 21 Jahre dienen der physisch-leiblichen Entwicklung

Die erste Lebensphase ist von der leiblichen Entwicklung und starken körperlichen Veränderungen geprägt. Bis zur Mitte des ersten Jahrsiebts bilden sich Sinnes- und zentrales Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) aus. Das Kind sagt zum ersten Mal ‘Ich’ zu sich selbst. Das Ich-Bewusstsein in Abgrenzung zur Welt erwacht. Danach geht das Kind durch die Trotzphase, in der es sich stärker behauptet. Etwa um das 7. Lebensjahr der Schulreife findet der Zahnwechsel statt. Im zweiten Lebensjahrsiebt reift das rhythmische Atmungs- und Zirkulationssystem (Herz und Lunge) heran. So werden die Gefühle immer wacher. Kinder sind stärker in sich gekehrt und träumerisch, aber auch aggressiv und mit ihren Gefühlen überfordert. Die Pubertät beginnt. Wir können dies als Entfaltung des ‘Ich-Gefühl’ bezeichnen. Etwa um das 14. Lebensjahr ist der Mensch geschlechtsreif. Diese Lebensabschnitte sind durch starke leibliche Veränderungen des Menschen geprägt. Im dritten Jahrsiebt bis zur Mündigkeit reifen Knochen, Muskeln und Sehnen, unsere Reproduktionsorgane und das Stoffwechselsystem (alle Drüsen der Verdauungsorgane) erreicht seine volle Tätigkeit. Die Organe werden für die gesunde Entfaltung des weiteren Denkens und Fühlens. Die stoffliche Erneuerung des physischen Leibes setzt sich weiterhin in einem Siebenjahresrhythmus fort. Wenngleich sich nun Aufbauprozess verlangsamen und Abbauprozesse immer mehr dominieren. Die Veränderung verlagert sich mehr auf die seelische und geistige Ebene.

Die zweiten 21 Jahre der seelischen Entwicklung

Die Jugend ist eine Zeit der Selbsterprobung, der Überprüfung und Umwertung der vermittelten Werte. Ab dem 21. Lebensjahr beginnt die Phase der seelischen Entwicklung, in der sich die Aufgabe der Selbstverwirklichung und der Gestaltung eines selbstverantwortlichen Lebens stellt. Es ist eine expansive und am sozialen Leben ausgerichtete Phase, in der Menschen ihre berufliche Karriere gestalten, eine Familie gründen, sich niederlassen. ist auf seelischer Ebene das eigeneständige ICH ausgebildet. Der Mensch verarbeitet zunehmend selbsttätig, was er bisher aufgenommen hat. Gerade dadurch aber kann der Mensch nun seine Individualität so richtig entfalten. Oftmals ist dies die Phase der Familiengründung und die Bewusstseinsebene reift weiter aus. Im zwischenmenschlichen Umgang lernen wir mit Gefühlen zu leben und diese zu kontrollieren und erreichen psychische Reife.

Intensivierung der geistigen Ebene ab dem 42. Lebensjahr

Mit dem typischen Beginn der Midlife Crisis um das 42. Lebensjahr beginnt mit einer Phase psychischer Unsicherheit die Stärkung der geistigen Entwicklung. Während sich bislang Aufbau- und Abbauprozesse in unserem Leib noch das Gleichgewicht hielten und der Mensch außerordentlich produktiv sein kann, beginnen langsam die biologischen Kräfte nachzulassen, die Abbaukräfte des Leibes gewinnen Oberhand. Die Muskeln werden schwächer; bei der Frau hört die Menstruation auf. Der so veränderte Körper wuchert selbstständig. Um das 49. Lebensjahr muss ein neuer, verlangsamter Lebensrhythmus gefunden werden, der unserem physischen Abbau entspricht. Die Sinnesorgane lassen in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit nach und so findet eine stärkere innere Einkehr statt. In der dritten Lebensphase werden nun die Früchte des Lebens sichtbar.  Wir überwinden unsere Egozentrik fragen uns, was man mit dem, was man bis dato erreicht hat, für die Welt anfangen kann. Wir wenden uns der Sinnfrage und größeren Zielen zu und entfalten ein größeres Bewusstsein und eine neue Kreativität. So  realisieren wir uns zunehmend als Persönlichkeit in der Welt. 

 


[1] Gudrun Burkhard (1993): Das Leben in die Hand nehmen. Arbeit an der eigenen Biographie, Stuttgart.

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