Provokativer Humor für schnelle leichte Veränderungen

Die Kombination von Zutrauen, Provokativer Humor und Empathie im Management richtig dosiert, ist eine Wundermischung für schnelle leichte Veränderungen.

Stellen Sie sich vor: Wir sitzen in einem Airbus A380, Sie sind der Pilot. Wir fliegen ca. 11.000 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist der erste Flug mit einem Flugzeug dieses Ausmaßes und Ihnen wird unerwartet schlecht. Sie haben das Gefühl, die Maschine nicht mehr kontrollieren zu können. Sie wissen nicht mehr den Kurs, obwohl Ihnen die Flugstrecke vertraut ist. Sie schwitzen, Ihr Mund wird trocken, Ihr Herz schlägt schneller.

Erstes therapeutisches Prinzip: Zutrauen in die vorhandenen Ressourcen

Es besteht unbedingtes Zutrauen, dass Sie mit den vorhandenen Ressourcen die Lösung finden – with a little help. Die Therapeutin sitzt mit Ihnen im Cockpit, sie sitzen nebeneinander. Auch die Therapeutin ist Pilotin. Dass Sie fliegen können, steht außer Frage. Das Hauptaugenmerk liegt - wie bei allen Kurzzeittherapien - auf Ihren Stärken, Ihren vorhandenen und potenziellen Ressourcen. Die Therapeutin ist Expertin in einem anderen Terrain der Fliegerei - so eine Art Fachfrau für Flugspaß und Loopings. In Ihrer Not schauen Sie zu ihr hinüber. Sie lächelt Sie freundlich an und fordert sie auf, zunächst auf Autopilot zu schalten und den Steuerknüppel aus der Hand zu geben. Dafür sitzt man nun auch zusammen im Cockpit.Den kleinen Zusatz, den Sie jetzt brauchen, um wieder auf Ihren Kurs zu kommen, den werden Sie jetzt bekommen.

Zweites therapeutisches Prinzip: Provokativer Humor

Povokativer Humor transportiert eine gewisse Respekt- und Distanzlosigkeit in empathisch-zugewandten Setting gegenüber dem Problem.

Es bestehen verbale Berührungsängste vor unangenehmen Themen. Niemand redet gerne über sein Unvermögen, seine Makel. Als Sie gefragt wurden, ob Sie den Airbus A380 fliegen wollen, hätten Sie schon etwas dazu sagen können, was Ihnen dabei gerade den Magen umdreht. Natürlich wissen wir, dass es besser wäre, unangenehme Themen anzugehen, aber wir fürchten, durch die Reaktion der anderen verletzt zu werden. Daher haben wir Verhaltensweisen entwickelt, dass andere uns, wenn überhaupt, höchstens vorsichtig und maßvoll darauf ansprechen. Könnte es sein, dass der Flug Ihnen ein wenig zu früh ist? Der Weg zur Toilette on board zu lang?

Dieses Vorsichts-Gebot, das wir selbst häufig genug nicht mehr bewusst wahrnehmen, wird nun therapeutisch systematisch missachtet. Ob wir nun direkt, indirekt oder surreal Schwächen und Ängste ans Tageslicht zerren, wir bleiben dran. Das ist eine starke Provokation. Damit Sie das aushalten, machen wir das mit Humor. Durch das Lachen entsteht Abstand und durch den Abstand Entspannung. Wir nehmen die Situation bei aller Ernsthaftigkeit nicht allzu bitterernst.

Sind Sie ein Mann? Sie Airbus-Buschpilot! LoL, tätschel, tätschel. Wie sind Sie denn nun mit dieser Riesenmaschine in die Stratosphäre gelangt? Konnten nüscht für? Da waren Sie bei einer schönen Frau und plötzlich – Sie hatten noch anderes im Sinn - „Hex, hex“ befanden Sie sich in einem Riesenairbus. Ohhhh....

Sind Sie eine Frau? Dann hatten Sie als Pilotin wohl den dicken Max als Lotsen am Boden und plötzlich „Funkstille“. Sie beten nicht zu Gott, sondern zum dicken Max, bis Sie schließlich ins Funkgerät schreien: „Melde Dich!“, denn eigentlich... können Frauen alleine SO HOCH fliegen? Es heißt Peterchens Mondfahrt und nicht Gardis Sternentrip. Und selbst wenn Gardi könnte, würde sie denn wollen? So ganz alleine? Alleine sein ist so furchtbar grausam für Frauen, die gehen ja schon zu zweit uff die Toilette, saacht man...

Drittes therapeutisches Prinzip: Nonverbale Zuwendung

Mit einer nonverbal eindeutig zugewandten Körperhaltung und Präsenz wird zusätzlich die einfühlende Auseinandersetzung mit Ihren Stolpersteinen unterstützt. Aus dieser Unterstützung stärkt sich das Selbstbewusstsein. Hier schläft die Therapeutin nicht.

So fliegen wir Möchtegern-PilotInnen durch die Stratosphäre und nehmen Sie, die Situation und gelegentlich auch die Therapeutin auf die Schippe. Auch wenn es lustig ist, lange dauert es nicht, bis die eigenen Schwächen und Makel nicht mehr wehtun. Irgendwann ist es soweit, der Schmerz ist vorbei, Sie wischen sich noch eine Träne aus dem Augenwinkel, greifen zum Steuerknüppel, wenden sich zu mir zu und sagen... „Alles klar, hab’s verstanden. Dann mach ich das mal wieder selbst.“

 

Auch in Veränderungsprojekten erweist sich Fr. Dr. Keßler als wahrhafte Expertin, um mit dem Einsatz provokatven Humors Veränderungsresistenzen auf ungewöhnliche Art zu überwinden. Fragen Sie uns an.

 

 

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.