Personal- und Führungskräfteentwicklung

Immer häufiger wird von Führungskräften in Kliniken erwartet, Management-Aufgaben zu übernehmen, ihre Organisationseinheit strategisch zu entwickeln sowie Wirtschaftlichkeit, Strukturen und Prozesse stetig zu verbessern.

Unser Ansatz

Allerdings werden diese Anforderungen nur selten auch mit entsprechenden systematischen Ausbildungsangeboten unterstützt. Dabei kann integrierte, praxisorientierte Personalentwicklung in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen gewinnbringend eingesetzt werden, um Mitarbeiter und Führungskräfte optimal zu unterstützen und fachlich und persönlich auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Drei Erfolgskomponenten: Wollen, Können, Dürfen

Um exzellente Ergebnisse erzielen zu können, muss zunächst eine gewisse Motivation, das Wollen, beim Mitarbeiter vorhanden sein. In der Regel kann diese erste Erfolgskomponente als erfüllt angesehen werden.

Als weitere Erfolgskomponente muss der Mitarbeiter seine Aufgabe also auch erfüllen können. Häufig scheitern Mitarbeiter bei neuen Aufgaben allerdings daran, dass wichtige Fähigkeiten oder Kenntnisse nicht vorhanden sind, benötigte Ressourcen nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen oder gesetzte Ziele unrealistisch sind. Kann ein Mitarbeiter seine Aufgaben nicht erfüllen, so leidet seine Motivation, das Wollen.

Ist ein Mitarbeiter sowohl motiviert als auch fachlich, persönlich und in Bezug auf die äußeren Gegebenheiten in der Lage, seine Aufgabe zu erfüllen, ist als dritte Erfolgskomponente das Dürfen zu betrachten. Kompetente Mitarbeiter und Führungskräfte müssen die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu sammeln, eigene Entscheidungen zu treffen und ihre Ideen umzusetzen. Eine zu starke Bevormundung durch den Vorgesetzten und mangelndes Vertrauen in den Mitarbeiter wirken sich negativ auf die Motivation aus.

Integrierte Personalentwicklung in vier Modulen

Ein praxisorientiertes Personalentwicklungskonzept greift die drei Erfolgskomponenten auf und schafft ein Umfeld, in dem Wollen, Können und Dürfen gezielt gefördert werden. Integrierte Personalentwicklung basiert auf vier aufeinander aufbauenden und miteinander verbundenen Modulen: Training, Coaching, Learning on the Job und Support.

Training: Unter Training verstehen wir alle Maßnahmen, die Mitarbeiter inhaltlich in die Lage versetzen, die Ihnen zugedachten Aufgaben adäquat erreichen zu können. Neben fachlicher Qualifikation, Management-Know-how gehören hierzu z.B. EDV-Skills, Soft-Skills wie Selbstpräsentation und Kommunikationsfähigkeit. Trainings eignen sich dafür, in Gruppen durchgeführt zu werden. Berufsgruppen- und bereichsübergreifende Inhouse-Trainings bieten neben den vermittelten Inhalten, den Mehrwert, Netzwerke innerhalb des Unternehmens zu knüpfen, ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen der einzelnen Bereiche und Berufsgruppen zu entwickeln und informelle Informationsaustausche.

Coaching: Im Coaching werden individuelle Bedürfnisse des jeweiligen Mitarbeiters innerhalb der gesetzten Rahmung in einem 1:1-Setting bearbeitet. Häufig fällt es neuen Führungskräften nicht leicht, sich in ihre neue Rolle einzufinden. Ein Coaching kann dazu beitragen, ein Selbstverständnis und eine Rollenklärung in ihrem Umgang mit Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten zu entwickeln. Insbesondere in konfliktträchtigen Situationen kann es hilfreich sein, die eigenen Handlungsoptionen kritisch mit einem außenstehenden Dritten zu analysieren und Vorgehensoptionen zu entwickeln.

Praxistransfer: Die in den Modulen Training und Coaching erworbenen Fähigkeiten und Erkenntnisse dienen letztlich dazu, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Die theoretischen Kenntnisse unmittelbar "Learning on the Job" auch praktisch anzuwenden, stärkt die Verankerung der Lerninhalte. Erste Erfolge in der Umsetzung des Gelernten wirken sich positiv auf die Motivation aus und setzen einen positiven Verstärkungskreislauf in Gang. Im Rahmen der integrierten Personalentwicklung sollten Lerninhalte und konkrete Aufgaben der Mitarbeiter stets optimal verzahnt werden, sodass neu erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten unmittelbar in der Praxis angewendet werden können. Treten bei einer bestimmten Aufgabe unerwartete Schwierigkeiten auf, kann umgekehrt ein entsprechender Trainings- oder Coaching-Inhalt neue Impulse zur Lösung des Problems geben.

Support: Unter Support verstehen wir alle Maßnahmen und Strukturen, die den Mitarbeiter während der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen. Hierzu zählen z. B. auf der ganz praktischen Ebene Vorlagen-Dokumente, Leitfäden und SOPs oder Checklisten für bestimmte Fragestellungen. Vorgesetzte sind gefragt, Rahmenbedingungen und Ziele abzustecken und ein Umfeld zu schaffen, das ausreichende Freiräume lässt, um eigene Ideen in seine Arbeit einzubringen. Besonders bewährt hat sich die Zuordnung eines Mentors, der einen Mitarbeiter bei der persönlichen und fachlichen Entwicklung begleitet und bei Bedarf zur Seite steht.

Das Konzept zur integrierten Personalentwicklung ist nahezu beliebig skalierbar. Eine Einführung ist beispielsweise im Rahmen einer konkreten Fragestellung in einem abgegrenzten organisatorischen Bereich möglich. Problemlos kann das Konzept aber auch auf alle Berufsgruppen und alle Bereiche und Fachabteilungen eines ganzen Krankenhauses oder sogar einer Klinikkette übertragen werden. Synergieeffekte treten ein, wenn bereits erarbeitete Trainingsinhalte wie Schulungsunterlagen oder Leitfäden und Support-Instrumente wie Dokumentenvorlagen klinikweit eingesetzt werden. Je mehr Mitarbeiter mit dem Konzept der integrierten Personalentwicklung unterstützt werden, umso leichter ist es möglich, sich gegenseitig zu unterstützen und internes Wissen zu transferieren, da sich meist ein Kollege findet, der ähnliche Fragestellungen bereits bearbeitet hat.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.