Organisationsentwicklung mit netzwerkorientiertem Qualifizierungsprogramm

Strategieentwicklungskonzepte werden als Vorbehaltsaufgabe der oberen Leitungsebene verstanden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Veränderungsprozess ist folglich umso mehr die mittlere Führungsebene: Als Brückenbauer übersetzt sie die oben entwickelten Strategien in die Praxis des Arbeitsalltags.

Zielsetzung

Dabei ist Organisationsentwicklung in den starren hierarchischen Klinikstrukturen keine leichte Aufgabe. In aller Regel werden deshalb Projekte definiert, um Veränderungen anzustoßen.

Nun erleben wir selbst gerade in einem großangelegten Pilotprojekt einen weiteren innovativen erfolgsversprechenden Ansatz zur systematischen Organisationsentwicklung, von dessen Stärke wir überzeugt sind. In knapp zwei Jahren werden dort über alle Hierarchien, Berufsgruppen und Standorte hinweg 10% der Mitarbeiter in Themen rund um die Veränderung mit dem notwendigen Handwerkszeug fundiert qualifiziert. Sie sollen so für Veränderungsprojekte über die Abteilungs-, Berufsgruppen- und Standortgrenzen hinaus gestärkt und ermutigt werden.

Vorgehen im Pilotprojekt

In mehreren Gruppen, die gemeinsam die Schulungsmodule durchlaufen, sollen sie sich gegenseitig kollegial bei Verbesserungsmaßnahmen in den jeweiligen Alltagsbereichen unterstützen. Die Themen umspannen den Bogen von der strategischen Unternehmensentwicklung bis zur persönlichen Veränderung der Teilnehmer. Von der Organisationsentwicklung, integriertes Management, Projektmanagement, Führung und Kommunikation wird den Teilnehmern eine breite Palette an Management-Instrumenten vermittelt. In der Gruppe wird erlebt, was in der Organisation gelernt werden soll, nämlich die Abstimmung von Verantwortungsübernahme und -übergabe in den vielfach verwobenen Arbeitsstrukturen der Klinik, in Netzwerken und in Projekten abseits der langen Dienstwege der für Krankenhäuser typischen starren und damit veränderungsresistent wirkenden Hierarchien. Mitarbeiter aller Führungshierarchien werden für den Veränderungsprozess ermutigt. Sie sammeln Selbstbewusstsein als Kompetenzträger ihres Fachbereichs, um so auf Augenhöhe sachorientiert Verbesserungsideen in die Organisation einzubringen und die eigene Identifikation mit der Klinik zu stärken. Die Gruppen werden auf diese Weise klinikintern zu berufsgruppenübergreifenden Multiplikatoren für den Veränderungsprozess.

Nach einer Trainingswoche haben die Teilnehmer nicht nur vielfältige Perspektivenwechsel vollzogen und ein vertieftes Verständnis für andere Arbeitsbereiche gewonnen, sondern gehen bereits mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen und Projektvorhaben in ihre Arbeitsbereiche zurück.

Ergebnis

Als Halbzeitergebnis stellt sich bereits heute für uns heraus, dass eine projektbegleitende Schulungsmaßnahme über alle Hierarchieebenen und klinikinternen Bereichsgrenzen hinweg ein äußerst wirkungsvolles Instrument in der Umsetzungsbegleitung der Organisationsentwicklung ist. Die Intelligenz des Teams in der Organisationsentwicklung wird gebündelt, um effektive Einbindung von Kompetenzträgern und Multiplikatoren im Veränderungsprozess zu erreichen und um Veränderungen mit mehr (Vor-) Freude und Leichtigkeit zu begegnen.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.