Kreativitätstechniken - Brainstormingprozesse und Querdenken.

Kreativitätstechniken können das kreative Potenzial im Unternehmen entfachen. Mit Brainstorming und Querdenken werden Ressourcen und Erfahrungen neu verknüpft.

Eine der bekanntesten Methoden zur Entwicklung von neuen  Geschäftsideen und - strategien und letztendlich zur Entscheidungsfindung ist das Brainstorming. Sie galt und gilt bislang als Ursprung für zukunftsweisende Ideen und Innovationen. Entwickelt wurde  die Methode  in den 40er- Jahren von Alex F. Osborn [1] und hat seither zu einigen weiterführenden Erkenntnissen geführt. Es gibt die unterschiedlichsten Kreativitätstechniken, die sich sehr gut in gruppendynamischen Prozessen einsetzen lassen. Den Prozess in einem Mind-Mapping-Verfahren zu visualisieren erhöht dessen Wirkkraft.[2]

Ziel des Impulses zur Ausgangsthematik ist es, Teilnehmer anzuregen, „Out of the Box“ zu denken, außerhalb des üblichen Rahmens. So werden neue Ideen entwickelt. Erst  dann werden festgefahrene Denkstrukturen  aufgebrochen und die Teilnehmer lassen sich auf ungewohnte Denkweisen ein.

Fragen, welche die Ausgangsthematik aufgreifen, können im Prozess leiten. Welche Anforderungen werden an das „Endprodukt“ gestellt? Wie groß ist das verfügbare Budget dafür? Welche Kundengruppe wird zukünftig angesprochen? etc. Dieses Portfolio an Fragen beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten und geben Kriterien an die Hand, zu priorisieren, welche Ideen die stärkste Energie für die Vertiefung haben. An die konkrete Ausgangsthematik schließt sich ein mehrstufiger Prozess an, bei dem die Ideen weiter aufgebaut und diversifiziert werden. Hilfreich kann hier die Strukturierung der Ideen in einer Mind Map sein, die möglichst flexibel im Brainstormingprozess umzuordnen ist. Die Zweige dieser Ideen-Landkarte sollten 3- 4 Ebenen nicht überschreiten, da sonst unter Umständen die Thematik zu tief angegangen wird und zu wenig Raum für andere gute Ansätze bleibt. Führt ein Zweig vielleicht doch eher nur wieder zu alten Strukturen zurück, dann sollte er zügig verlassen werden und an einem anderen Ast angesetzt werden. Resonante neue Ideen werden so sofort weiterverfolgt, was bei jedem Prozessschritt zu neuer Motivation und weiteren Impulsen führt.

Es geht um spinnen und spielen. Verworfen wird deshalb in der kreativen Brainstormingphase nicht. Das A und O ist, dass der Moderierende hier strenger Anwalt der Neutralität ist und bei jedem Bewertungsversuch sofort interveniert. Brainstorming sucht die Perspektiverweiterung, Bauch ist hier wichtiger als Ratio. Nach Abschluss des Brainstormings können Bewertungskriterien angewendet werden und Ideen bepunktet werden. Entschieden und priorisiert wird aber explizit erst außerhalb des Braintormingprozesses.

Entscheidend für die Qualität der Ergebnisse sind der Teilnehmerkreis und die Moderation. Es wird häufig davon ausgegangen, dass nur mit denjenigen der größte Output erlangt wird, die zu dem behandelnden Thema die meiste Erfahrung mitbringen. Gefragt ist hier eine breite Mischung der Persönlichkeitstypologien. V.a. aber braucht es Querdenker und Avantgardisten. Die Erfahrung zeigt, dass gerade eine bunte Mischung an Teilnehmern quer über verschiedene Bereiche und mit unterschiedlichen Erfahrungen zu den interessantesten Ergebnissen führen. Dominante Persönlichkeiten und Vielredner stören den Prozess ehr. Hier ist die Professionalität der Moderation gefragt, um in der Gruppe für Ausgewogenheit zu sorgen und auch den leisen Stimmen Raum zu geben.

 

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Alex_F._Osborn; zuletzt besucht am 25.10.2010

[2] Harvard Business Manager 08/2010: „Querdenken mit System“ von  Kevin Coyne

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.