Krankenhaus-Rating-Report 2016 - Defizitäre Kliniken.

Laut Krankenhaus-Rating-Report 2016 gab es 2012 mehr als ein 1/3 defizitäre Kliniken. Für 2020 prognostiziert der Report c. p. einen Anteil von über 50%.

Der Krankenhaus-Rating-Report 2016 zeigt auf: Es sind keine solitären Herausforderungen vor denen Kliniken in Baden-Württemberg und andernorts stehen. In Westdeutschland arbeiten 38,9 Prozent der Klinikunternehmen mit Verlust. Am höchsten ist der Anteil defizitäre Kliniken in Rheinland-Pfalz (44,4%), Niedersachsen/Bremen (45,3%) und Baden-Württemberg (52,5%). Erlöse der Kliniken seien von 2005 bis 2012 um 28,6 Prozent gestiegen. Das sind im Durchschnitt pro Jahr vier Prozent. Der durchschnittliche Landesbasisfallwert, also die reine Preiskomponente, hat sich in den sieben Jahren kumuliert lediglich um 7,9 Prozent erhöht. Aufgrund der überproportionalen steigenden Kosten, spricht man von einer zunehmend auseinander klaffenden Kostenschere, die zunehmend defizitäre Kliniken produziert.

Erkauft wurde das notwendige Umsatzwachstum folglich im Wesentlichen durch eine kontinuierliche Ausweitung der Leistungsmenge. Trotz der Effekte durch Flüchtlingszuströme und Altersdemografie: Der Verdacht auf rein angebotsinduzierte Nachfragen bei immer kürzeren stationären Aufenthalten in der Klinik lässt sich  nicht von der Hand weisen. Das DRG-System setzt entsprechende Leistungsanreize, denen sich ein Haus, das um sein wirtschaftliches Überleben kämpft, nicht entziehen kann. Statt aber das DRG-System mit seinen Anreizen in Frage zu stellen, ist der Gesetzgeber hoch aktiv, Strukturqualitätsforderungen an die Häuser laufend zu erhöhen. Der Patient profitiert auf den ersten Blick. Doch wer zahlt dafür am Ende die Rechnung? Wird nicht der Erlösdruck auf die Häuser weiter gesteigert?

Erkauft werden steigende Leistungsmengen definitiv mit höheren Kosten. Allein die Kosten einer Vollzeitkraft im ärztlichen Dienst ist seit 2005 um rund 30 Prozent gestiegen. Zugleich wurden überproportional mehr Ärzte eingestellt, nicht zuletzt, um verschärfte Arbeitszeitregularien einzuhalten. Der pflegerische Bereich wurde vielerorts reduziert. Das zeigt heute Folgewirkungen. Wer sich weiterentwickeln will - und das tut die Medizin permanent - braucht Leistungsreserven. Sonst fährt das Ganze nachhaltig an die Wand. Defizitäre Kliniken in diesem Setting mit reinem Kosten- und Erlösdruck zu sanieren, greift zu kurz und gefährdet vielmehr die langfristige Leistungsfähigkeit. Kliniken brauchen in dieser Zeit v.a. eines weitsichtigen Führungsteams.

Wir sind erfolgreich in der Sanierung von Kliniken tätig. Wir besitzen das notwendige Know-how und Instrumentarium, um Geschäftsführungen sicher durch wirtschaftliche Krisen zu begleiten und nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Gerne unterstützen wir Ihr Führungsteam in diesen herausfordernden Zeiten.

Lesen Sie hier zum Ansatz der transformativen Führung zur wirtschaftlichen Sanierung defizitärer Kliniken.

 

 

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.