Humor - für gute Stimmung und leichte Veränderung.

Humor fördert Kreativität im Team, baut Stress ab und löst abrupt angespannte Situationen auf. Lachen mobilisiert Reserven zur Blickwendung in der Veränderung.

Die richtige Dosis Humor kann für gute Stimmung sorgen − wenn authentisch, spontan und wertschätzend eingesetzt. Wer penedrant oder im falschen Kontext Witze reißt, verscherzt es sich hingegen leicht. 

Im Allgemeinen wird im Deutschen unter Humor verstanden, in einer bestimmten Situation „trotzdem zu lachen“1. Wird dieses „Trotzdem“ näher betrachtet, dann verbindet Humor Schwäche und Stärke auf eine eigentümliche Art und Weise: Ein Lachen ist nur dann Humor, wenn es

  • in einer Situation des Scheiterns auftritt,
  • sich nicht gegen Dritte richtet und
  • eine Hoffnung auf die Überwindung der Krise vermittelt.

Dabei ist die gekonnte Verstärkung der eigenen Schwäche eine wichtige Eigenschaft von humorvollen Menschen. Jemand mit Humor macht sich dümmer, als er ist und wird dadurch stärker, als er scheint.

Humor kann manchen Konflikt entschärfen. Humor funktioniert in erster Linie über Perspektivwechsel. Dinge einmal anders tun als gewohnt, in einer alternativen Logik denken und der Geschichte einen anderen Ausgang geben, als es der Zuhörer erwartet und damit überraschen − das bringt uns zum Lachen. Gelingt dies, kann es ein Team inspirieren. Und noch mehr: Wer miteinander lachen kann, der harmoniert und ist in der Lage die schwierigsten Themen auf der sachlichen und emotionalen Ebene produktiv zu regeln.

Humor im Job sollte immer empathisch und einfühlsam eingesetzt werden. Eine Grundregel ist: "Lasse dein Gegenüber gut dastehen." Wenn ein guter Draht besteht, kann auch mal eine Situation oder ein Verhalten des Kollegen liebevoll überhöht werden. Die Gefahr, dass Humor überhaupt nicht funktioniert, besteht dagegen bei Sprüchen. Wenn sich Menschen noch nicht gut kennen, dann sollten Mitarbeiter genau überlegen, was der andere mag und was ihn zum Lachen bringt. Im Zweifel sollte sich einmal mehr auf die Zunge gebissen werden, um Schaden zu vermeiden. Sarkasmus, Spott und Zynismus sind eher sparsam anzuwenden und das Umfeld muss diesen Humor explizit lieben. Bei Scherzen, die andere Menschen betreffen oder berühren können, muss immer spürbar sein, dass der Humor von einer positiven Grundhaltung getragen ist.

Was mache ich, wenn ein Kollege sich zum wiederholten Mal in Besprechungen über mich lustig macht? Am besten ist es, den Kollegen im Vier-Augen-Gespräch darauf hinweisen, dass er hier die Grenzen überschritten hat. Ansonsten kann Schweigen als Zustimmung gewertet werden und der Betroffene ist bald wieder Opfer des Spottes.

Was ist zu tun, wenn ein Spruch in einer Konferenz ausgesprochen wird, der besser unausgesprochen geblieben wäre? Hier hilft nur eins: eine Entschuldigung beim Gegenüber.

Die meisten Menschen sind spontan und humorvoll, wenn ihnen nur rechtzeitig Bescheid gegeben wird. Leider ist dies im echten Leben nur selten der Fall. Bei Humor kommt es eben vor allem auf den Kontext, an. Humor und Spontanität führen Gespräche zu ungeahnte Wendungen, indem einfach mal „Ja“ gesagt und öfter aus dem Bauch heraus entschieden wird. Hierzu ist es notwendig, die innere Bremse zu lösen, Mut zu entwickeln und sich auf das Unerwartete zu freuen.

1 Otto Julius Bierbaum

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