Befragungsinstrument - Strukturiertes Interview.

Strukturierte Interviews sind ein effektives Befragungsinstrument zu Standortbestimmung und Weiterentwicklung. Sie geben Appreciative Inquiries (AI) eine Form.

Zur Ist-Analyse z.B. im Rahmen der Vorbereitung einer Strategieklausur wenden wir verschiedene Methoden und Werkzeuge an, um die bisherige Entwicklung der Fachabteilung sowie den Status Quo zu analysieren. Strukturierte Interviews verbinden die Vorteile einer Mitarbeiterbefragung mit der Aussagekraft eines persönlichen Gesprächs und erlauben die Erfassung sowohl quantitativer als auch qualitativer Informationen innerhalb kürzester Zeit.

 

Durchführung der Interviews

Während unserer strukturierten Interviews konfrontieren wir die Mitglieder der Fachabteilung mit einer Reihe von Aussagen, die mit Schulnoten von 1 bis 6 bewertet werden sollen. Zusätzlich können zu jeder Frage Freitextaussagen der Mitarbeiter dokumentiert werden. Dies erhöht die Aussagekraft gegenüber einer herkömmlichen Mitarbeiterbefragung, da unsere Berater gezielt Nachfragen bei besonders guten oder besonders schlechten Bewertungen einzelner Aussagen stellen können. Die einzelnen Aussagen sind zu Themenblöcken zusammengefasst, z. B.:

  • Aufgabenbereich
  • Personalentwicklung und Anreizsysteme
  • Zusammenarbeit im Team
  • Führungsverhalten

In der Regel benötigen wir für die Durchführung eines Interviews ca. 20-30 Minuten. An einem Tag kann ein Berater zwischen 10 und 15 Interviews führen. Sollten die Arbeitsabläufe eine Freistellung der Mitarbeiter im Regelbetrieb nicht ermöglichen, bieten wir auch Telefoninterviews mit flexiblen Zeitfenstern an.

Zu dem einzelnen Interviewbogen wird jeweils die Position des interviewten Mitarbeiters erfasst. So lassen sich differenzierte Auswertungen z. B. auf Ebene der Oberärzte, der Assistenzärzte und der Pflege durchführen. Selbstverständlich werden sämtliche Angaben durch unsere Berater absolut vertraulich behandelt und Freitextinformationen falls nötig anonymisiert.

Auswertung der Interviews

Die strukturierten Interviews sollen nicht eine anonyme Mitarbeiterbefragung ersetzen, sie erlauben jedoch innerhalb kürzester Zeit sehr differenzierte Aussagen zum subjektiven Stimmungsbild innerhalb einer Abteilung.

Die quantitativen Ergebnisse lassen sich übersichtlich auf einer Powerpoint-Seite darstellen. Bei auffälligen Werten erlauben die erfassten Freitext-Informationen häufig bereits eine tiefergreifende Analyse von Problemursachen und möglichen Lösungsansätzen.

Konflikte innerhalb der Berufsgruppen und zwischen den Berufsgruppen lassen sich durch divergierende Bewertungen in einzelnen Aussagen sehr leicht identifizieren.

Bei der Präsentation der Ergebnisse sind Mitarbeiter häufig überrascht, wenn einzelne Themenfelder von den Berufsgruppen ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Auswertungsergebnisse ermöglichen es somit ganz unmittelbar, ein tieferes Verständnis für die Zusammenarbeit in der Abteilung und für die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitergruppen zu gewinnen.

Fazit

Unsere strukturierten Interviews ermöglichen eine sehr rasche Erfassung des Stimmungsbilds einer Abteilung. Durch gezieltes Nachfragen ist es möglich, Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter unmittelbar aufzunehmen. Wir machen die Erfahrung, dass die Motivation, „aus sich herauszugehen“ im persönlichen Gespräch deutlich größer ist als in einer anonymen Mitarbeiterbefragung. Die Informationsdichte und der Informationsgehalt sind bei persönlichen Gesprächen deutlich höher als bei schriftlichen Aussagen.

Für den einzelnen Mitarbeiter ist der Zeitaufwand für das Interview eher geringer als für das Ausfüllen einer Mitarbeiterbefragung.

Gegenüber der Durchführung von einfachen, „unstrukturierten“ Interviews hat das strukturierte Interview den Vorteil, dass Aussagen auch quantitativ greifbar werden (wenn sie auch sicherlich immer subjektiv bleiben) und alle Mitarbeiter mit den gleichen Inhalten konfrontiert werden. Durch die Fokussierung auf im Vorfeld bekannte Problemfelder können diese ganz gezielt thematisiert werden.

Nicht zu unterschätzen ist letztlich auch der psychologische Effekt, des „sich Kümmerns“. Die persönliche Abfrage der individuellen Meinung fördert die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Strategieprozess und die Auseinandersetzung mit relevanten Fragestellungen innerhalb der Abteilung und stellt eine erste Aktivierung der Mitarbeiter auf dem Weg zu nachhaltigen positiven Veränderungen dar.

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Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.