Alles in Ordnung? - Von Hausfrauen- und Künstlerarbeit.

Haben Sie sich schonmal Gedanken über die Ordnung in den Krankenhausfluren gemacht? Eindrücke von Hausfrauen- und Künstlerarbeit...

Mülleimer, frische Betten, verschmutzte Betten, Getränkekisten, Hilfsmittel von Ständern über Bettpfannen bis hin zu Rollstühlen usw.? Brandschutz - wozu?.

In Organisationen stehen sich nach Fritz B. Simon zwei Typen von Tätigkeiten gegenüber: Künstler- und Hausfrauenarbeit. Wirksamen Managern gelingt es, eine bestehende Ordnung aufrechtzuerhalten. In der Zusammenarbeit die Normalität durch eine verbindliche Organisation zu sichern. Also so zu organisieren, dass der Alltag nicht nur aus Improvisation besteht. Damit ist gutes Management nahe an Hausfrauenarbeit.

Hausfrauenarbeit hat zwei Charakteristika: Zum einen neigen die meisten Menschen dazu, sie erst zu bemerken, wenn sie nicht mehr stattfindet. Wenn der Arbeitsbereich im Chaos zu versinken beginnt. Zum anderen ist sie eine immerwährende Aufgabe, die jeden Tag aufs Neue beginnt und erledigt werden möchte. Diese Seite findet wenig Beachtung und wird in der dafür benötigten Zeit stark unterschätzt. Manager, die lieber auf die schillernden und gestaltenden Seite der Führungsaufgaben stehen, sollten sich beizeiten aktiv nach einer guten Haushaltshilfe umsehen und explizit alle Mitarbeitern, die für die unverzichtbaren Routineaufgaben zuständig sind, mit Dankbarkeit anerkennen und wertschätzen.

Ist im eigenen Bereich tatsächlich rein optisch nicht alles in Ordnung, dann ist es wohl an der Zeit, gründlich aufzuräumen. Bevor sich das Chaos weiter ausbreitet. Nur wenn Ballast systematisch ausrangiert und Durcheinander geordnet wird, kann Raum für Neues entstehen. Doch leichter gesagt als getan? Schließlich stammt das Gros der Unordnung im eigenen Bereich ja von anderen, wahrscheinlich von Künstlern, die außerhalb des eigenen Autoritätsbereichs, aber in diesen hinein agieren?

Es ist wie beim Aufräumen: Wenn ich erkenne, wie riesig die Aufgabe ist, wie viele Dinge zu tun sind, dann bin ich schnell frustriert. Ich weiß nicht, wo anfangen und woher die Zeit dafür nehmen. Am besten schaue ich also lieber erst gar nicht hin? Nein! Ich lege zunächst ein Zeitbudget fest, das ich für die Aufräumaktion verwenden möchte, und mobilisiere meine ganzen Kräfte hierfür. Am besten ist, ich gehe in kleinen Schritten voran und greife mir zunächst einen wichtigen Aspekt heraus wie beispielsweise die Ordnung auf meinen Stationsfluren, die schon lange keinen guten ersten Eindruck mehr machen. Bald ein „Quick Win“ erreicht zu haben, das gibt mir Mut und Motivation für den nächsten Schritt.

Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen äußerer und innerer Ordnung in einer Organisation. Dort wo alles sauber, ordentlich, frei von Gerümpel ist – da laufen auch Prozesse und verbindliche Regeln der Zusammenarbeit besser. Da gibt es Teammitglieder, die hinschauen und nicht akzeptieren, dass etwa Dinge wahllos abgestellt werden. Statt an den Aufbewahrungsort zurückgebracht zu werden. Oder dass schlicht die benutzten Kaffeetassen nicht abgeräumt werden. Ordnung kommt nicht von selbst, da steht jemand dahinter, der Verantwortung übernimmt und Unordnung im Team nicht akzeptiert. Und irgendwie scheint ohne das äußere Gerümpel auch die Arbeitsatmosphäre und das Füreinander leichter zu werden. Also Schluss mit der Aufschieberitis – und ran an die gezielte Aufräumaktion. Auch wenn es im ersten Schritt nur der eigene Schreibtisch ist.

Zu weiteren Beiträgen

 

 

Verantwortlich für Redaktion und Inhalt: Dr. Elke Eberts und Stefan Ruhl.