Seit 1999 beraten und coachen wir Führungskräfte in Kliniken auf Ihrem Weg. Wir sind dafür da, Ihnen nachhaltig gut zu tun: Wirtschaftlich. Organisatorisch. Menschlich.
Coaching | Training

Was kommt aktuell auf die Notaufnahme zu?

Der Druck auf die überfällige Strukturreform wächst.

Am 1.1.2016 trat das Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung, kurz Krankenhausstrukturgesetz (KHSG), in Kraft. Zur besseren Verzahnung stationärer und ambulanter Notfallversorgung nach SGB V hat die Bundesregierung im KHSG die Einrichtung von Portalpraxen an Krankenhäusern und/ oder die enge Koordination mit der Notfallaufnahme des Krankenhauses im Notdienst vorgesehen. Mit dem KHSG hat die Bundesebene den G-BA zugleich über § 9(1) a Nr. 5 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) beauftragt, bis nunmehr 31.12.2017 Höhe und nähere (ausgabenneutrale) Ausgestaltung gestaffelter Zu- und Abschläge für eine Teilnahme bzw. Nichtteilnahme von Krankenhäusern an einem Stufensystem der Notfallversorgung auszuarbeiten. Es wird derzeit kontrovers diskutiert, dass damit fast 1/3 der Kliniken aus der Notfallversorgung ausscheiden sollen.

Der Grundrahmen von KHEntgG und Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) wird dabei durch die Landeskrankenhausgesetze (LKG) konkretisiert. Hier ist v.a. der Krankenhausplan Berlin mit einem gestuften Versorgungssystem mit „Notfallzentren“ schon konkret. Nach § 27 LKG-B müssen Krankenhäuser, die nach dem Krankenhausplan an der Notfallversorgung teilnehmen, die im Krankenhausplan festgelegten Voraussetzungen

  • jederzeit die für die Notfallversorgung erforderlichen Kapazitäten in allen für das Krankenhaus im Krankenhausplan ausgewiesenen Fachdisziplinen vorzuhalten,

  • eine geeignete zentrale Anlaufstelle für Notfallpatientinnen und -patienten (Notaufnahme) zu betreiben,

  • bei Notfallpatientinnen und -patienten eine Ersteinschätzung und -versorgung durchzuführen und diese bei Bedarf im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten aufzunehmen und

  • der Leitstelle der Berliner Feuerwehr Behandlungskapazitäten zu melden und darüber jederzeit aktuelle Auskunft zu erteilen.

Dies wird die standardisierte Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs der Patienten in der Breite der an der Notfallversorgung beteiligten Krankenhäuser etablieren. Hier wird auch eine strukturierte und nachvollziehbare Fallsteuerung zwischen der am Krankenhaus ansässigen Portalklinik des kassenärztlichen Notdienstes und der Notaufnahme berücksichtigt werden müssen. Dazu werden die bestehenden Triagesysteme zügig weiterentwickelt werden.

BBDK Prozessmanagement-Seminare:
Notaufnahme und Station

Unsere BBDK Management-Klassiker: Die BBDK Prozessmanagement Seminare zur Triagierung in der Notaufnahme und zum Stationsmanagement bieten wir zweimal jährlich berufsgruppenübergreifend als offene Veranstaltungen beim Berufsbildungswerk Deutscher Krankenhäuser e.V. (BBDK) an.

 

 

Triagierung in der Notaufnahme I

 

Unser BBDK Managementtraining zur Triagierung in der Notaufnahme bieten wir mittlerweile zweitägig an.

Wichtig: Bitte melden Sie sich für beide Kurstage separat an! Teilnehmende, die bereits in der Vergangenheit an einem eintägigen Kurs teilgenommen haben, können sich auch nur für den zweiten Vertiefungstag "Triagierung in der Notaufnahme II" anmelden.

Der Begriff der Triage (abgeleitet von französisch trier, sichten, einteilen) stammt ursprünglich aus der Militärmedizin. Dahinter stand die Notwendigkeit, bei kapazitätsüberschreitendem Versorgungsbedarf und knappen verfügbaren Ressourcen (wie bspw. beim plötzlichen Massenanfall von Verletzten) zu entscheiden, wie diese prioritär eingesetzt werden. In den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser hat sich der Begriff der Ersteinschätzung durchgesetzt. Es ist ein Instrument des Risikomanagements, um die Patientensicherheit in deutschen Notaufnahmen durch ein priorisierendes Handeln zu erhöhen.

Am ersten Kurstag erhalten die Teilnehmer einen ersten Überblick zu den Themen, Ersteinschätzung vor dem Hintergrund des Risikomanagements in Notaufnahmen. Zu rechtlichen und organisatorischen Aspekten bis hin zur IT- Solution. Ein kurzer Überblick über die wesentlichen Triagierungssysteme in deutschen Notaufnahmen, Entscheidungshilfen bei der Auswahl des für Sie passenden Systems und ein Erfahrungsaustausch zur Implementierung in den Zentralen Notaufnahmen runden die Diskussion ab.

Die Fallübungen werden an Hand der Ersteinschätzung mit dem Manchester Triage Systems (MTS) durchgeführt, welches sich in großen Teilen Deutschlands etabliert hat. Die Teilnehmer werden in Form von Gruppenarbeiten und Falldiskussionen mit den Präsentationsdiagrammen entlang von Fallvignetten in die Ersteinschätzung eingeführt.

Aufbauend auf den langjährigen praktischen Erfahrungen der Referentin bei der Begleitung von Veränderungsprozessen im Krankenhaus, bekommen die Teilnehmer im interaktiven Austausch Anregungen für die Vorgehensweisen zur Einführung eines Ersteinschätzungssystems und zur Anpassung der Abläufe rund um die Notaufnahme.

Inhaltliche Schwerpunkte des ersten Kurstages:

  • Geschichtlicher Überblick
  • Rechtliche Situation in der Notaufnahme
  • Triagierungssysteme im Kontext von Risikomanagement und Krankenhausorganisation
  • Dokumentation
  • Einführung in die Anwendung des Manchester Triage Systems anhand praktischer Fallbeispiele
  • Initiierung eines Projektes zur Einführung der Ersteinschätzung in der Notaufnahme.

Am Ende des Tages ist ein Bild entstanden, welche Personalqualifikation Sie in der Notaufnahme benötigen und welche Zuständigkeiten rund um die Ersteinschätzung zu regeln sind. Ein Ersteinschätzungskonzept in deutschen Notaufnahmen verbessert die Sicherheit und Kontinuität der Patientenversorgung und lehnt sich an die Empfehlungen (England) bezüglich der Versorgungszeiten an. Die Teilnehmer sind nach dem eintägigen Training in der Lage, Triagierungsprozesse sicher zu begleiten und gerade in den Zeiten des erhöhten Patientenaufkommens einen strukturierten Ablauf sicherzustellen. 

Zielgruppe: Pflegedienstleitung, Pflegekräfte, Ärzte aus der Notaufnahme, Mitarbeiter eines Krankenhauses, die sich für zentrale Organisationskonzepte und für strukturelle sowie organisatorische Verbesserungen in der Notaufnahme interessieren. 

Triagierung in der Notaufnahme II

 

Die BBDK Veranstaltung baut am zweiten Kurstag vertiefend auf dem ersten Kurstag auf.

Wichtig: Bitte melden Sie sich für beide Kurstage separat an!  Der zweite Kurstag richtet sich an Teilnehmer, die sich bereits mit dem Manchester Triage System auseinandergesetzt haben, die ihr Wissen festigen sowie ihre Handlungskompetenz mit dem Instrument verbessern und sich kollegial austauschen wollen.

Die Teilnehmer wiederholen die Anwendung des MTS anhand differenzierter Fallvignetten. Vertieft werden die Themen "Umsetzung des Systems MTS im Kontext Notaufnahmen" sowie der Umgang und die Patientenkommunikation in der Ersteinschätzung und in der Wartezimmersituation.

Die aktuellen Entwicklungen u.a. in Berlin zum Thema Notfallpflege, die deutschlandweiten Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), die seit dem 01.01.2017 verbindlich für die Ausbildung der Notfallpflege in Deutschland ist, sowie die gesetzlichen Empfehlungen im Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) zum Risikomanagement, legen einen weiteren Meilenstein zur Qualitätssicherung in Deutschen Notaufnahmen und verpflichten zu einem validen Ersteinschätzungsinstrument. Es besteht dabei Raum für die Diskussion individueller Anliegen, die sich auf die Notaufnahmeorganisation in den jeweiligen Kliniken beziehen.

Ersteinschätzung endet nicht beim professionellen Erstkontakt mit dem Patienten. Der Erfolg einer Ersteinschätzung ist an die strukturierte Abarbeitung und einen funktionierenden Weiterversorgungsfluss gekoppelt. In der Kooperation mit internen und externen Dienstleistungspartnern der Notaufnahme (wie z.B. Belegungsmanagement, Rettungsdienst) besteht Handlungsbedarf. Dieser wird in der Plenumsdiskussion abgeglichen und mit exemplarischen Maßnahmenpaketen für die kontinuierliche Verbesserung der Belastungssituation in der Notaufnahme hinterlegt.

Gruppenarbeiten und kollegiale Falldiskussionen sind auch am Kurstag zentrales Instrument, um den praktischen Austausch und Abgleich untereinander zu fördern. Aufbauend auf den langjährigen praktischen Erfahrungen der Referentin bei der Begleitung von Veränderungsprozessen im Krankenhaus, bekommen die Teilnehmer im interaktiven Austausch zusätzlich fundierte Anregungen für mögliche Vorgehensweisen zum weiteren Ausbau und zur Stärkung eines Ersteinschätzungs-Systems.

Hier finden Sie weitere Informationen

Inhaltliche Schwerpunkte des BBDK Seminars:

  • Aktuelle Entwicklungen in der Notfallpflege und neue Perspektiven
  • Gesprächsführung in Ersteinschätzung, Nachtriagierung, Wartezimmersituation
  • Deeskalationsstrategien in der Organisation der Notaufnahmen
  • Kollegiale Fallberatung
  • Abarbeitungs- und Weiterversorgungsfluss: zur Priorisierung der Notaufnahme
  • Vorgehensweisen zur weiteren Stärkung des Triagierungssystems.

Am Ende des zweiten Kurstages hat sich Ihr Bild weiter verfestigt, welche Personalqualifikation Sie in der Notaufnahme in Zukunft benötigen und welche Zuständigkeiten rund um die Ersteinschätzung zu regeln sind. Ein Ersteinschätzungskonzept in deutschen Notaufnahmen verbessert die Sicherheit und Kontinuität der Patientenversorgung und lehnt sich an die Empfehlungen (England) bezüglich der Versorgungszeiten an. Die Teilnehmer sind nach dem eintägigen Training in der Lage, Triagierungsprozesse sicher zu begleiten und gerade in Zeiten des erhöhten Patientenaufkommens, einen strukturierten Ablauf sicherzustellen. 

Zielgruppe: Pflegedienstleitung, Pflegekräfte, Ärzte aus der Notaufnahme, Mitarbeiter eines Krankenhauses, die sich für zentrale Organisationskonzepte und für strukturelle sowie organisatorische Verbesserungen in der Notaufnahme interessieren. 

Stationsmanagement
Die Rolle von Arzt und Pflege in der Prozessorganisation der Station

 

Das BBDK Stationsmanagementtraining richten wir derzeit eintägig aus mit dem Schwerpunkt auf Kommunikation und Prozessorganisation.

Der Wechsel zu einer breiten Verantwortungskultur in flacher gewordenen, über verschiedene Ebenen verwobenen Hierarchien ist Herausforderung und Entwicklungschance unserer Zeit. Die hohe Relevanz der Station als Ansatzpunkt für Projekte zur Prozessverbesserung beruht auf deren zentraler Funktion: So stellt die Station den Schauplatz der unmittelbaren Patientenversorgung dar. Zugleich ist sie geprägt von einer besonders hohen Anzahl an Schnittstellen. Sowohl innerhalb der Station zwischen verschiedenen Berufsgruppen, Disziplinen als auch zu angrenzenden Organisationseinheiten.

Das Ziel eines effektiven und effizienten Stationsmanagements umfasst daher interprofessionelle Abstimmung der Prozesse. Betroffen sind alle auf Station Tätigen wie auch die relevanten Schnittstellenbereiche. Die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit findet ihren Niederschlag in der Ausgestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation und bewusst eingesetzten Querschnittsfunktionen. Mehr Patientenorientierung, eine bessere Zusammenarbeit im Team, mehr Ruhe auf der Station und persönliche Zufriedenheit, mehr Wirtschaftlichkeit - die Ansprüche an die Veränderung auf der Station sind vielfältig. 

Der eintägige Blick auf das System "Station" ist darum als Orientierung, Austauschplattform und Impulsgeber zu Führung und Management auf Station konzipiert. Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf dem zentralen Kernprozess der Station: einem strukturierten Entlassprozess, seiner verbindlichen Umsetzung und kontinuierlichen Soll-Ist-Adjustierung. Am Entlassprozess macht sich ein wesentlicher Teil der interprofessionellen Prozessorganisation auf Station fest. Die Reflektion verschiedener Lösungen, Tipps und kritischer Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Prozessorganisation auf Station ist daher der erste Schritt, bevor die Vielzahl weiterer berufsgruppenübergreifender Teilprozesse durchleuchtet werden sollte.

Mit einer verlässlichen und auf Kontinuität angelegten Verantwortungsübernahme im ärztlichen Dienst sind die Weichen eines modernen Stationsmanagements gelegt, das zur Stärkung der Zufriedenheit nicht nur der Patienten, sondern auch der Mitarbeitenden und Vorgesetzten beiträgt. Dabei handelt es sich weniger um ein statisches Regelwerk als um ein funktionierendes Kommunikationssystem, das in der Lage ist, ein Wir-Gefühl zu schaffen.

Inhaltliche Schwerpunkte zum Stationsmanagement:

  • Berufsgruppenübergreifender Kernprozess Entlassung
    +   Vom individuellen Tun zum abgestimmten Prozess
    +   Laufende Check-ups: Prozessevaluation und Maßnahmenverfolgung
  • Managementteams auf Station
    +   Vom Einzelkämpfer zum Teamwork
    +   GRPI-Rahmenwerk
  • Fallstudie Patientenbeschwerde. 

Reflektionen aus systemischer Beratungspraxis, die interaktive Gestaltung und der Praxistransfer in den Diskussionen sind uns wichtig. Daher räumen wir dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer in einem geschützten Rahmen, der Bearbeitung ihrer individuellen Anliegen und dem Weiten von Perspektiven im Umgang mit den Alltagsherausforderungen weitmöglich Zeit ein. 

Zielgruppe: Die Schulung ist schwerpunktmäßig auf Führungskräfte aus dem pflegerischen und ärztlichen Bereich zugeschnitten, ebenso auch für Projektleiter in interprofessionell besetzten Veränderungsprojekten geeignet.

Anmeldung zum BBDK Seminar

Die nächsten Termine 2017: 

Bitte beachten Sie, dass Sie sich für jeden Kurstag beim BBDK separat anmelden müssen!

Fortbildungspunkte je Kurstag: 8 Punkte bei der Registrierung beruflich Pflegender.

Veranstaltungsort: Die Wolfsburg, Kath. Akademie im Bistum Essen, Falkenweg 6, 45478 Mülheim/Ruhr. 

Teilnahmegebühr: 275 € für Mitglieder des BBDK, 375 € für Nichtmitglieder. Die Teilnahmegebühr beinhaltet Seminarunterlagen, Pausengetränke, ein Mittagessen und eine Kaffee­pause am Nachmittag. Sie wird nach Erhalt der Rechnung fällig. Die Teilnahmegebühr für den zwei­ten Teilnehmer aus einem Kranken­haus verringert sich um 10%, ab dem dritten Teilnehmer um 20%.

Bitte senden Sie Ihre Anmeldung zu den einzelnen Kurstagen über oben stehende Online-Links direkt an den BBDK.

Die Kurse sind bei uns auf Anfrage auch direkt als Inhouseveranstaltung für Ihre Klinik buchbar.